CoalExit.org

29. Juni 2017

Neue Kohlekraftwerke: urgewald enthüllt die 120 wichtigsten Entwickler weltweit
Derzeit sind mehr als 1.600 neue Kohlekraftwerke bzw. -kraftwerksblöcke in 62 Ländern geplant oder in der Entwicklung. Damit würde die derzeitige Kapazität von Kohlekraftwerken um mehr als 840.000 Megawatt (MW) oder rund 42,8 Prozent zunehmen.

urgewald hat die 120 wichtigsten Unternehmen die hinter diesen gewaltigen Kohle-Expansionsplänen stecken, in einer Datenbank auf der neuen Website www.coalexit.org veröffentlicht. Diese 120 Kohlekraftwerks-Entwickler sind für rund zwei Drittel der weltweit geplanten neuen Kohlekraftwerke verantwortlich. Alles in allem möchten diese Firmen die Kohle-Kapazität um mehr als 550.000 MW erhöhen – dies entspricht etwa dem 2 ½-fachen des gesamten indischen Kohlekraftwerksparks.

„Die verantwortlichen Unternehmen sind eine Bedrohung für die Menschheit, da sie uns alle Chancen nehmen, die Erderwärmung deutlich unter der wichtigen Schwelle von 2 Grad zu halten“, sagt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald und erläutert weiter: „Als wir unsere Recherche begannen, stellten wir fest, dass die meisten Banken und Investoren nicht wissen, welche Unternehmen hinter diesen gewaltigen Kohle-Expansionsplänen stecken. Unsere neue Datenbank schließt diese Lücke, indem sie die Größten und Wichtigsten darunter auflistet. Es ist ein zukunftsorientiertes Werkzeug für Banken und Investoren, um solche Kohlefirmen von weiteren Geschäften auszuschließen.“

Denn auch wenn die meisten Entwickler neuer Kohlekraftwerke ihren Sitz in Asien haben, spielen internationale Banken sowie Investoren aus Europa, Nordamerika und Australien eine zentrale Rolle bei der Finanzierung dieses schmutzigen Geschäfts. Anleihen und Aktien von Kohle-Unternehmen wie NTPC, KEPCO, Marubeni, Adani oder China Resources finden sich regelmäßig in den Portfolios großer Investoren und Banken.

Finanzinstitutionen, die „Ja“ zum Pariser Klimaschutzziel sagen, müssen „Nein“ zu Entwicklern neuer Kohlekraftwerke sagen.

Vollständige Datenbank, Infografiken und weitere Details auf: www.coalexit.org

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