Der Blaue Engel

Wer sich informiert, kann sich entscheiden

An Farbe und Form ist nicht zu erkennen, woraus ein Papierprodukt hergestellt ist. Wer sich für die umweltverträgliche Variante entscheiden will, sollte die internationalen Umweltzeichen kennen. Es gibt eine Vielzahl von Papierlabeln, darunter viele irreführende Zeichen. Besonders empfehlenswert ist der „Blaue Engel“.

Der Blaue Engel
Der Blaue Engel setzt als nationales Umweltzeichen seit rund 30 Jahren in den unterschiedlichsten Produktbereichen Standards für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Richtung weisend weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Der Blaue Engel für grafische Recyclingpapiere (RAL-UZ 14) fordert den Einsatz von 100 Prozent Altpapier.

Die Kriterien:

  • geringer Wasser- und Energieverbrauch bei der Herstellung
  • Schonung der Wälder
  • Förderung der Kreislaufwirtschaft

Darüber hinaus müssen Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel hohe Anforderungen erfüllen:

  • an die Auswahl der eingesetzten Altpapiere,
  • an den Umwelt- und Gesundheitsschutz durch Vermeidung des Einsatzes von problematischen Chemikalien und Hilfsstoffen,
  • an die Erfüllung von technischen Normen für den Einsatz in modernen Bürogeräten und zur Archivierbarkeit.

Fazit: Der Blaue Engel stellt die höchsten Anforderungen an Recyclingpapiere und ist so ein verlässlicher Wegweiser auf der Suche nach umweltgerechten Papierprodukten, die zugleich höchsten ökologischen wie technischen Ansprüchen genügen.


Die Euroblume

Das Europäische Umweltzeichen „Euroblume“ ist ein freiwilliges, anerkanntes System, das Konsumenten bei ihrer Kaufentscheidung unterstützt, umweltgerechte Produkte und Dienstleistungen zu berücksichtigen. Die Euroblume kennzeichnet Waren, die im Vergleich zu herkömmlichen Produkten mit dem gleichen Gebrauchswert über alle Lebenszyklusphasen in der Summe geringere Umweltauswirkungen haben.

Die Schwerpunkte des EU-Umweltzeichens liegen:

  • in der Begrenzung von Emissionen (Abwasser, Luft) und Energieverbrauch bei der Herstellung sowie
  • im Umwelt- und Gesundheitsschutz durch restriktiven Einsatz von Chemikalien und Hilfsstoffen, ähnlich wie beim Blauen Engel.



Die Vergabe des Labels erfolgt für einen begrenzten Zeitraum, danach wird das Produkt einer erneuten Überprüfung unterzogen. Ferner erfolgt regelmäßig eine Überprüfung und Anpassung der Bewertungskriterien. Im Gegensatz zum Blauen Engel für Recyclingpapier stellt das EU-Umweltzeichen allerdings keine Anforderungen an den Einsatz von Altpapier.

Fazit: Die Euroblume ist – im Unterschied zum Blauen Engel – ausdrücklich keine Zertifizierung für einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.


FSC – Forest Stewardship Council
Der FSC setzt sich für eine ökologische und sozial verantwortliche Nutzung der Wälder ein. Aus diesem Grund beschränkt sich der FSC bei seinen insgesamt vier verschiedenen Papier-Zertifikaten, von denen zwei für Frischfaser- sowie zwei für Recyclingpapiere gelten, allein auf die Herkunft der eingesetzten Faserstoffe. Im Gegensatz zum Blauen Engel bleiben aber weitere wichtige Kriterien, wie Chemikalieneinsatz oder die Erfüllung von technischen Normen, bei allen FSC-Papierzertifikaten unberücksichtigt. Den Rahmen für die Vergabe des FSC-Labels bildet die Einhaltung der weltweit festgelegten FSC-Standards. Die Schwerpunkte der FSC-Papierzeichen liegen:

  • im Erhalt der biologischen Vielfalt und der Unversehrtheit der bewirtschafteten Wälder,
  • im Schutz der Rechte indigener Völker sowie
  • in der Wahrung von Arbeitnehmerrechten bei der Waldbewirtschaftung.


Fazit: Für die Umweltfreundlichkeit der ausgewiesenen Papierprodukte besitzen die FSC-Papierzeichen daher – wenn überhaupt – nur eine sehr eingeschränkte Aussagekraft. Auch eine Festlegung von Gebrauchseigenschaften, die für einen reibungslosen Einsatz in modernen Büros wichtig sind, wird nicht vorgenommen.

Holzfreies Papier
Der Begriff „holzfrei“ ist ein Fachbegriff aus der industriellen Papierherstellung. „Holzhaltige Papiere“ enthalten alle Bestandteile eines Baumes: Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Diesen Rohstoff nennt man Holzstoff. Früher wurden Schreibpapiere häufig aus Holzstoff hergestellt. Bei diesen Papieren hakte nicht nur der Füller beim Schreiben, sie vergilbten auch besonders schnell. Um die Qualität der Papiere zu erhöhen, löst man die Zellulose mit Chemie aus dem Holz heraus. So gewinnt man Zellstoff, der dann als „holzfrei“ bezeichnet wird.

Fazit: Papiere mir dem Aufdruck "holzfrei" sind nicht zu empfehlen. Wer baumfreies Papier nutzen möchte, sollte Recyclingpapier mit dem Blauen Engel verwenden.

Papiere ohne Kennzeichnung
Papiere ohne Kennzeichnung geben keinerlei Auskunft über Herkunft der Rohstoffe, Bleichverfahren und Herstellung. D.h. diese Papiere können aus Raubbau, aus Urwäldern stammen und/oder wurden evtl. unter Verwendung von Chlor, bzw. chlorhaltiger Substanzen gebleicht.

Fazit:
Nicht zu empfehlen.

Elementarchlorfrei gebleichtes Papier (ECF)
Papiere mit der Kennzeichnung ECF sind aus Primärfasern hergestellt und „Elementary Chlorine Free“ gebleicht. Zur Bleiche wurden jedoch andere chlorhaltige Bleichchemi- kalien wie Chlordioxid eingesetzt.
Fazit: Nicht zu empfehlen.