Commerzbank

Hauptversammlung
Aktivisten mit Banner und Papp-Kohlekraftwerk

„Kein COMMERZ mit Kohle! Finanzierung von RWE, Uniper & Co jetzt stoppen!“

Gemeinsam mit den Aktivisten vom Koala Kollektiv haben wir eine Protestaktion am Tag der Commerzbank-Hauptversammlung in Frankfurt veranstaltet. Damit haben wir auf die lückenhaften Kohle-Richtlinien der Bank aufmerksam gemacht.

In ihrem Geschäftsbericht 2019 gibt die Commerzbank an, sie wolle die CO2-Intensität ihres Kreditportfolios reduzieren. Die bisher bekanntgegebenen Schritte reichen dafür aber nicht aus. Einen Plan, bis wann sie ihre Kohlefinanzierung beenden will, hat sie bisher nicht veröffentlicht.

Aktivist in einem Kohlefass

Die Bank will sich bis zum kommenden Jahr lediglich von Kunden in Deutschland trennen, die mehr als 30 Prozent ihres Stroms mit Kohle erzeugen. Für Kunden im Ausland gilt ein noch schwächerer Grenzwert von 50 Prozent. Andere Kohlestromerzeuger, Kohlebergbaufirmen und zum Teil sogar die Entwickler neuer Kohlekraftwerke erhalten also weiterhin von der Commerzbank Finanzdienstleistungen für ihr klimaschädliches Geschäft.

Folge ist, dass hoch umstrittene Kohleunternehmen wie die deutschen RWE und Uniper oder die polnischen PGE und Tauron auch künftig zu den Kundinnen der Commerzbank zählen dürften. PGE und RWE planen unter anderem Kohleminen weiter auszubauen, Tauron und Uniper möchten immer noch neue Kraftwerke bauen oder in Form von Datteln 4 ans Netz bringen.

Aktivisten mit rauchendem Kraftwerk

Widersprüche zur eigenen Rüstungs-Richtlinie

Trotz ihrer Rüstungsrichtlinie aus dem Jahr 2008, die unter anderem die „Finanzierung der Lieferung von Waffen und Rüstungsgütern in Konflikt- und Spannungsgebiete“ ausschließt, profitieren weiterhin Unternehmen vom Geld der Commerzbank, die genau dies tun.

Wie eine urgewald-Recherche zeigt, hat sich die US-amerikanische Commerzbank-Tochter Commerz Markets Anfang April an der Ausgabe einer Anleihe für den größten europäischen Rüstungskonzern BAE Systems beteiligt. BAE Systems macht über 90 Prozent seines Umsatzes im Rüstungsbereich, 2017 rund 20 Prozent davon mit Geschäften mit Saudi-Arabien. Zwischen 2009 und 2017 hat BAE Systems 72 Eurofighter an Saudi-Arabien geliefert, die erwiesenermaßen im völkerrechtswidrigen Jemenkrieg zum Einsatz kommen und dort für entsetzliches Leid sorgen.

Weitere Fotos gibt es hier:

flickr.com/photos/urgewald

18.05.2021
Online

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    Dr. Barbara Happe
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    Kathrin Petz
    Kohle-, Rüstung- und Bankenkampagnen
    kathrin.petz [at] urgewald.org
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