Deutsche Bank

Deutschlands größte (Kohle-)Bank

Deutsche Bank gehört zu den schmutzigsten Banken

Deutsche Bank finanziert RWE, Adani und Exxon

 

Rainforest Action Network und anderen Organisation haben im März 2020 "Banking on Climate Change" veröffentlicht. Dieser Bericht befasst sich mit der Finanzierung von Projekten und Unternehmen im Bereich fossile Brennstoffe. Und obwohl die Deutsche Bank ihre Gesamtfinanzierung fossiler Brennstoffe in den letzten vier Jahren reduziert hat, ist sie immer noch ein wichtiger Akteur in diesem Geschäft. Die gute Nachricht ist, dass sie nicht zu den größten Akteuren weltweit gehört, das sind JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citi und Bank of America. Aber unter den europäischen Banken ist die Deutsche in den letzten vier Jahren immer noch die Nummer 5. In speziellen Bereichen wie bei der Finanzierung von arktischem Öl und Gas ist sie sogar weltweit die Nummer 3. Der Trend der letzten Jahre geht also zwar in die richtige Richtung, muss aber schneller und stärker werden, wenn die Deutsche Bank bei ihren Klimazielen ernst genommen werden will.

Während in den jüngsten Ankündigungen von einer Öl- und Gaspolitik die Rede ist, fehlt es auch hier an Details darüber, wie die aussehen soll. Ob sie etwa bestimmte Teilsektoren wie Offshore- oder arktisches Öl und Gas oder Teersande ausschließen wird. Und ob nur Projekte betrachtet werden, oder auch Öl-Unternehmen berücksichtigt werden sollen.

Schwache Kohlepolitik

Dies ist wichtig, wie die bestehende Kohlepolitik der Deutschen Bank zeigt. Sie soll überarbeitet werden. Aktuell schließt sie die Finanzierung neuer Kohlekraftwerke, die Erweiterung bestehender Kohlekraftwerke und neue Kohleminen aus. Das ist ein positiver Schritt, aber aktuellere Policies anderer Banken enthalten auch Ausschlüsse für Kohleunternehmen. Sie nicht auszuschließen, ist ein großes Schlupfloch, wie die Finanzierung japanischer Kohlefirmen, die neue Kohlekraftwerke bauen wollen, zeigt.

Indien ist ein weiteres Beispiel: Im vergangenen Jahr beteiligte sich die Deutsche Bank an einer Anleiheemission für das indische Unternehmen Adani. Sie war für den Bereich Häfen und Sonderwirtschaftszonen von Adani bestimmt und eine Verwendung außerhalb Indiens offenbar verboten, um sicherzustellen, dass das Geld nicht für die Carmichael-Mine in Australien verwendet wird. Aber auch ohne die direkte Unterstützung der Carmichael-Mine ist Adani ein Unternehmen mit umstrittenen Kohleprojekten in Indien und mit einer sehr schlechten Klimabilanz. Daher muss die überarbeitete Kohlepolitik der Deutschen Bank auch Kohle-Unternehmen ausschließen.

WANTED in unserer Reihe "Banks against Future" - Die Deutsche Bank

Kohle

Die Deutsche Bank finanziert direkt keine neuen Kohlekraftwerke mehr. Aber sie stellt den Unternehmen, die diese Kraftwerke bauen, bereitwillig Geld zur Verfügung: Seit 2015 hat die Deutsche Bank über Kredite oder Ausgabe von Aktien und Anleihen diese Firmen mit 6,13 Mrd. Euro finanziert (Quelle: Kredite und Aktien- und Anleihenausgabe 2016- 2019: www.coalexit.de). Auch hat die Deutsche Bank im Juli 2019 dem indischen Unternehmen Adani, über die Ausgabe einer Anleihe, kurzerhand geholfen 81,25 Millionen US Dollar am Kapitalmarkt aufzunehmen. Die Deutsche Bank sagt, dass das Geld Indien nicht verlassen darf und somit nicht für den Bau der Carmichael-Mine in Australien verwandt werden kann. Solche allgemeine Unternehmensfinanzierungen setzen in der Firma jedoch Gelder frei, die dann an anderer Stelle auch für den Bau der Carmichael-Mine eingesetzt werden können. Zudem ist die Deutsche Bank die größte Geldgeberin von RWE, Europas größtem Klimakiller und von Uniper, die in diesem Jahr mit Datteln IV noch ein Kohlekraftwerk in Deutschland ans Netz genommen haben (Quelle: Fools Gold 2020, Zeitraum 2013- 2018).

Umweltorganisationen recherchieren seit Jahren, welche Banken wie viel Geld für die fossile Industrie bereitstellen und veröffentlichen regelmäßig den Bericht „Banking on climate change“. Die 2020er Ausgabe untersucht 35 Privatbanken weltweit und das Geld, das sie an 2100 fossile Unternehmen in den Bereichen Kohlebergbau, Kohleunternehmen, Ölsande, Tiefsee-Ölbohrungen, Fracking, arktischer Ölabbau etc. gegeben haben. Die Deutsche Bank nimmt in der Gesamtrangfolge Platz 18 ein. Wenn man jedoch nur die europäischen Banken ansieht, ist die Deutsche Bank mit Platz 5 nach wie vor ein bedeutender Geldgeber für fossile Unternehmen und Projekte. Häufig sind nur die britischen Banken schlechter, manchmal Credit Suisse oder BNP Paribas. In manchen Unterbereichen, wie beim Kohlebergbau oder bei arktischem Öl und Gas, mischt die Deutsche Bank leider immer noch ganz vorne mit. Dort liegt sie auf Platz sieben und Platz drei.

Es ist nicht so, dass die Deutsche Bank sich gar nicht bewegen würde. Allerdings leider immer erst, wenn andere Banken mit ihren fossilen Richtlinien schon viel weiter sind und dann oft mit scheunentorgroßen Schlupflöchern. Seit 2016 schließt die Deutsche Bank die direkte Finanzierung von neuen Kohlebergbauprojekten und –kraftwerken aus. Kohleunternehmen können jedoch weiterhin finanziert werden. Da Unternehmen neue Projekte auch durch die Ausgabe von Anleihen finanzieren können, ist somit der Kohlefinanzierung kein echter Riegel vorgeschoben. Banken mit strengeren Kohlerichtlinien sehen vor, Kohleunternehmen ab einem gewissen Kohleanteil gänzlich von der Finanzierung auszuschließen.

Christian Sewing, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, kündigte zur Hauptversammlung 2020 in großem Stil nachhaltige Finanzierungen an und versprach neue Richtlinien zur Finanzierung von fossilen Energien.

Diese wurden Ende Juli 2020 veröffentlicht. Nun sollen Kohlebergbauunternehmen ab 50 Prozent Kohleanteil bis 2025 aussortiert werden, bei Energieversorgern ab 50 Prozent Kohleanteil will man die Transformationspläne studieren und danach entscheiden, welche Kunden aussortiert werden sollen. Bei Öl und Gas schließt die Deutsche Bank die Projektfinanzierung von neuen Ölsand-Projekten, neuer arktischer Ölförderung sowie Öl- und Gasförderung mittels Fracking-Verfahren in extrem wasserarmen Ländern aus. Darüber hinaus wird sie bis Ende 2020 alle Öl- und Gasunternehmen in ihrem Portfolio prüfen und deren Kohlenstoff-Einsparpläne evaluieren. Anschließend will sie sich Reduktionsziele für solche Unternehmen setzen.

Endlich auch auf Unternehmensfinanzierung zu schauen ist ein guter Schritt, erst ab 50 Prozent Kohleanteil am Geschäft jedoch enttäuschend. Damit sind die neuen Richtlinien eine willkommene und längst überfällige Bewegung, für das Jahr 2020 jedoch bei weitem zu wenig ehrgeizig, so dass die Bank noch viel zu tun hat, wenn sie zur klimaehrgeizigeren Konkurrenz in Europa aufschließen will.

Rüstung

Lange hat die Deutsche Bank, als letzte deutsche Bank, an der Finanzierung von Unternehmen festgehalten die international geächtete Streumunition herstellen. Seit 2011 sind diese nun ausgeschlossen. Im Mai 2018 kündigte die Bank einen Ausstieg aus Atomwaffenherstellern an. Leider enthält dieser Ausschluss große Schlupflöcher – explizit ausgeschlossen werden lediglich Konzerneinheiten, die direkt an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind. Für ihren Vermögensverwalter DWS gilt der Atomwaffen-Ausschluss nicht.

Die Deutsche Bank unterhält dementsprechend weiterhin regelmäßige Geschäftsbeziehungen mit den weltweit größten Rüstungsunternehmen Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon and General Dynamics. Diese fünf Firmen sind für fast 60% aller Waffenumsätze der Top100-Rüstungsfirmen verantwortlich und konnten ihren Umsatz im letzten Jahr um 7 % steigern. Alle genannten Firmen arbeiten daran, modernere und autonome(re) Generationen von Waffensystemen (inkl. Atomwaffen) zu produzieren. Mit Ausnahme von Northrop Grumman, lieferten alle Unternehmen in den letzten Jahren Rüstungsgüter, von Kampfflugzeugen bis Munition, an kriegsführende Staaten. Darunter die Jemen-Kriegsparteien Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabische Emirate oder Ägypten. Die Deutsche Bank trägt damit Mitverantwortung für den Tod vieler jemenitischer Zivilist*innen infolge von Luftangriffen durch das saudische Militär.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Fonds auch Rüstungs- oder Kohlefirmen enthält, dann können Sie das auf der Webseite "Faire Fonds" unter Angabe der ISIN-Nr. schnell herausfinden.