12. März 2013

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Heffa Schücking

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Deutsche Bank und HypoVereinsbank weiterhin auf Atomkurs

Zum zweiten Jahrestag des Atomunfalls in Fukushima präsentiert die Umweltorganisation urgewald ein aktuelles Briefing zum Thema: Was haben deutsche Banken aus Fukushima gelernt? In einer Fragebogenaktion baten wir die acht größten Finanzinstitute um Antwort, welche Konsequenzen sie aus der Atomkatastrophe gezogen haben und welche Rolle Atomfinanzierungen heute in ihrem Portfolio spielen. Überprüft wurden diese Aussagen durch einen Praxischeck, in dem stichprobenartig die finanzielle Unterstützung deutscher Banken für hochumstrittene Konzerne wie Areva und die Uranfirmen Rio Tinto und BHP Billiton zwischen März 2011 und Januar 2013 untersucht wurden.

Treffer gab es dabei für zwei deutsche Banken: Die Deutsche Bank verhalf Areva und Rio Tinto im genannten Zeitraum zu über 1,1 Milliarden Euro. Die HypoVereinsbank/UniCredit versorgte im gleichen Zeitraum Areva und BHP Billiton mit 944,48 Millionen Euro. „Solche Summen für Unternehmen locker zu machen, die gefährliche Uranminen betreiben und die Erschließung weiterer Minen planen, ist unverantwortlich. Für atomkritische Menschen verbietet es sich, bei diesen Banken ein Konto zu haben“, erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.

Fragen zu möglichen Lehren aus der Fukushima-Katastrophe wurden an die folgenden Banken geschickt: Bayerische Landesbank, Commerzbank, Deka Bank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank/UniCredit, DZ-Bank, Landesbank Baden-Württemberg und NordLB. Mit Ausnahme der NordLB antworteten alle Banken. Insgesamt lässt sich aus den Antworten ein gesteigertes Problembewusstsein herauslesen, das jedoch vor allem dem Reputationsrisiko gilt, das Atomfinanzierungen darstellen. Die Konsequenzen sind unterschiedlich. „Auch hier tun sich HypoVereinsbank und Deutsche Bank negativ hervor, weil sie zwar ihre Prüfkriterien erweitert haben, aber dennoch nichts ausschließen. Ihre Prüfkriterien scheinen lediglich dem Ziel zu dienen, neue Atomfinanzierungen besser rechtfertigen zu können“, so Schücking. „Dabei zeigen Banken wie die BayernLB oder die Commerzbank, dass mehr möglich wäre. Beide Banken schließen bestimmte Atomgeschäfte, wie die Finanzierung von Uranminen oder den Bau neuer Atomkraftwerke tatsächlich aus.“ Trotzdem bleibt auch hier ein Graubereich, etwa wenn es um Firmenkredite an große Energieversorger geht oder um den Verkauf von allgemeinen Aktienfonds, die Atomfirmen enthalten.

Ganz sauber sind nur die Alternativbanken, die jegliches Atomgeschäft ausschließen und deutlich transparenter sind als die konventionellen Banken. „Wer sicher gehen will, dass sein Geld nicht für die Atomindustrie arbeitet, sollte deshalb die Bank wechseln", rät Schücking.

Die Ergebnisse der Recherche finden Sie in unserem Briefing "Was haben deutsche Banken aus Fukushima gelernt?" hier.

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Heffa Schücking, urgewald, 0160 96761436