FAQs

"Können Sie mir sagen wie radioaktiv meine Bank ist, auch wenn sie nicht in der Broschüre aufgelistet ist?"
Solche oder ähnliche Fragen werden uns immer wieder gestellt. Nachfolgend sind die häufigsten mit unseren Antworten und Kommentaren zusammengestellt. Vielleicht finden Sie auf Ihre Frage schon eine Antwort. Falls nicht, fragen Sie uns.

>> Was bedeutet es, wenn meine Bank nicht bei Ihrer Recherche aufgetaucht ist?
Bei unserer Recherche haben wir uns auf die 80 größten, bzw. wichtigsten Atomfirmen bezogen. Wir haben recherchieren lassen, welche Banken diese 80 Firmen in einem Zeitraum von 10 Jahren finanziert haben. Wenn eine Bank bei dieser Recherche also überhaupt nicht aufgetaucht ist, ist dies erst ein mal ein gutes Zeichen. Jedoch heißt es nicht, dass eine nicht genannte Bank grundsätzlich keine Atomfirmen finanziert. Das würde nur nur ein entsprechendes Ausschlußkriterium sicherstellen.

>> Sind Investments auf dem Wertpapiermarkt, in welcher Form auch immer, automatisch und zwangsweise unethisch?
Investments auf dem Wertpapiermarkt sind ein ziemlich weites Feld: die Tatsache, dass immer mehr Geld um die Welt geht und Anlagemöglichkeiten sucht, führt dazu, dass immer wieder die sogenannten "Blasen" entstehen und möglicherweise neue Krisen verursachen. Das sehen Banker und Finanzinvestoren durchaus auch als Problem, doch haben sie keine echte Lösung dafür.

Wenn man das Problem weniger grundsätzlich betrachtet, gibt es aber große Unterschiede darin, wo Geld angelegt wird: denn Fonds setzen sich ja auch aus Anlagen in bestimmten Firmen oder Branchen zusammen. Viele Banken bieten verschiedenste Fonds an, einige davon nennen sich "Ökofonds" oder "Grünes Investment", aber wie bei grünem Strom, lohnt es sich, sehr genau hinzusehen. Wichtig ist wie sich Fonds zusammensetzen, wie es um die Transparenz bestellt ist und was die konkreten Anlage- und Ausschlußkriterien sind. Dabei haben die Alternativbanken generell eine hohe Transparenz und striktere Anlagekriterien.

>> Apobank
Die Kundschaft der Bank setzt sich hauptsächlich aus Ärzten und Apothekern zusammen. Die Bank an sich ist also eher nicht in Atomdeals und Deals mit z.B. den großen Energieversorgern involviert, da sie sich auf ihre wohlhabende Kundschaft und Kredite an selbige beschränkt. Als Genossenschaftsbank hat sie wahrscheinlich die DZ-Bank als Zentralinstitut und ist Anteilseignerin der DZ Bank (in wahrscheinlich eher kleinem Rahmen, s. Sparda-Bank). Aber natürlich könnten sich Kunden an die Apobank wenden und diese Anteile an der DZ-Bank problematisieren mit der Anregung, dass die DZ-Bank Finanzdienstleistungen an die Atombranche zukünftig ausschließen soll.

>> Badische Beamtenbank
Die Badische Beamtenbank ist nicht bei unserer Recherche aufgetaucht. Ob die Bank transparente ethische und ökologische Kriterien für das Finanzgeschäft anwendet, können Sie als Kunde am besten selbst nachfragen und ggf. einfordern.

>> Banque Populaire du Sud
Die Banque Populaire du Sud besitzt rund 35% der Investmentbank Natixis, die zu den 20 größten Atomfinanzierern weltweit gehört.

>> BMW Bank
Die BMW Bank ist in unserer Recherche nicht aufgetaucht. Ob die BMW Bank transparente ethische und ökologische Kriterien für das Finanzgeschäft anwendet, können Sie als Kunde am besten selbst nachfragen und ggf. einfordern.

>> Credit Europe  Bank
Die Credit Europe Bank ist in unserer Recherche nicht aufgetaucht. Ob die Bank transparente ethische und ökologische Kriterien für ihr Finanzgeschäft anwendet, können Sie als Kunde am besten selbst nachfragen und ggf. einfordern.

>> DAB Bank
Die DAB Bank ist bei unserer Recherche nicht aufgetaucht. Die DAB-Bank ist allerdings eine Tochter der UniCredit, die ja zu den drei radioaktivsten Banken in Deutschland gehört.

>> Deutsche Kredit Bank (DKB)
Die DKB ist in unserer Recherche nicht aufgetaucht, das ist an sich ein gutes Zeichen. Die Deutsche Kreditbank ist allerdings eine Tochtergesellschaft der BayernLB und die ist leider ziemlich "radioaktiv." Die BayernLB hat die Atomindustrie in den letzten Jahren mit über 1,75 Milliarden Euro unterstützt. Sie ist einer der Hauptfinanziers des Atomkraftwerks Olkiluoto in Finnland und hat außerdem Kredite an die Atomkraftbetreiber British Energy, RWE, E.ON, EnBW, Electricite de France, Enel und Iberdrola vergeben.

>> Frankfurter Fondsbank
Soweit wir sehen können, gehört die Frankfurter Fondsbank zum Fidelity Konzern. Leider scheint Fidelity allerdings keine festen Ethik- oder Umweltkriterien für seine Investitionen und Geldanlagen anzuwenden.

>> GarantiBank International
Obwohl bei unseren Recherchen die GarantiBank International nicht aufgetaucht ist, scheinen uns Atomfinanzierungen hier trotzdem sehr wahrscheinlich. Bei der türkischen Muttergesellschaft der Garantibank ist nämlich erst kürzlich die spanische Bank BBVA eingestiegen, die zu den 30 größten Atomfinanzierern weltweit gehört.

>> NET-Bank
Weder die NET-Bank noch ihre Muttergesellschaften sind bei den von uns untersuchten Atomgeschäften aufgetaucht. Ob die NET-Bank transparente ethische und ökologische Kriterien für ihr Finanzgeschäft anwendet, können Sie als Kunde am besten selbst nachfragen und ggf. einfordern.

>> PSD-Banken
Die PSD-Banken sind unabhängige Genossenschaftsbanken (PSD steht für Post-, Spar- und Darlehensverein), die in der Regel nur Kunden aus ihrem jeweiligen Regionalgebiet aufnehmen. Sie sind reine Privatkundenbanken und vergeben daher auch keine Kredite an Atomfirmen, sie sind also so weit wir sehen können, „sauber“.

>> Royal Bank of Scottland (RBS)
Die RSB steht unter den Top Ten internationaler radioaktiver Banken noch vor dier Deutschen Bank. Wir haben uns in unserer Bankkundenkampagne auf deutsche Banken beschränkt und haben daher die RBS nicht aufgeführt. Auf der "Nuclear Banks No Thanks"-Webseite finden Sie aber Informationen zu den Finanzdienstleistungen der RBS: http://www.nuclearbanks.org/#/nuclear%20banks/rbs

>> SEB Bank
Leider ist die SEB auch nicht sauber. Ihre Muttergesellschaft hat in den letzten Jahren mit rund 1,4 Milliarden Euro die Atomindustrie finanziert. Darunter befinden sich u.a. Kredite für das finnische Atomkraftwerk Olkiluoto sowie Kredite für E.ON, Areva und Vattenfall. Das Privatkundengeschäft der deutschen SEB ist zwar inzwischen von der spanischen Bank Santander aufgekauft worden. Auch diese ist "radioaktiv" und hat mit über 1,1 Milliarden Euro die Atomindustrie finanziert (u.a. Kredite für Areva, Electrobras und ENEL). Zu den einzelnen Firmen finden Sie mehr Informationen in unserer Broschüre "Wie radioaktiv ist meine Bank?".

>> Sparda Bank
Bei der Sparda Bank sind wir auf keine deutliche Projektfinanzierung im Atomsektor gestossen. Leider hat die Sparda Bank keine ausdrückliche Policy mit Ausschlusskriterium für Finanzierungen im Atomsektor, welches wir für wichtig erachten.

>> Targobank
Die Targobank, ehemalige Citibank Deutschland, ist jetzt Tochter des französischen Crédit Mutuel (CM). Zwischen 2000 und 2009 hat CM der internationalen Atomindustrie insgesamt Finanzdienstleistungen über 575 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, dabei handelt es sich konkret um Areva, EDF und Enel, der Mutterkonzern der Targobank hat also durchaus "radioaktiven Dreck am Stecken". Die Exceldatei, aus der diese Info stammt, kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.nuclearbanks.org/#/more%20information