Commerzbank

Die Bank an BAE's-Seite

Kohle

Die Commerzbank hat als einzige deutsche Bank eine Richtlinie die Energieunternehmen ausschließt, wenn sie mehr als 30% Kohle im Energiemix haben. Der große Haken daran ist, dass die Richtlinie bisher nur für Neukunden und erst ab Ende 2021 für alle deutschen Kunden gilt. Bei Kunden außerhalb Deutschlands gilt sogar nur ein Schwellenwert von 50%. Bisher können also alle Bestandskunden so dreckig bleiben wie sie wollen. Und davon gibt es einige. Zum Beispiel das polnische Unternehmen Tauron, dessen Strommix zu 90% aus Kohle besteht und das sogar noch neue Kohlekraftwerke bauen und neue Minen erschließen will. Oder RWE, Europas größter Klimakiller! Neue Kohlekraftwerke schließt die Commerzbank seit 2015 von der Finanzierung aus. Aber Unternehmen, die diese Kohlekraftwerke planen oder bauen, hat die Commerzbank seitdem 1,13 Mrd. Euro in Form von Krediten oder der Ausgabe von Aktien- und Anleihen zur Verfügung gestellt (Quelle: Kredite und Aktien- und Anleihenausgabe 2016- 2019, www.coalexit.org).

Rüstung

Die Commerzbank besitzt seit 2008 eine Richtlinie für Rüstungsgeschäfte. Danach schließt sie die Finanzierung und Lieferung von Waffen- und Rüstungsgütern in Konflikt- und Spannungsgebiete aus. Ein Tabu sind ferner Finanzierungen von Geschäften, die einen Bezug zu kontroversen Waffen wie z.B. Atomwaffen haben. Dies schließt nach Angaben der Commerzbank jedoch generell keine Kredite für Mischkonzerne aus, die „zu einem geringen Teil auch im Rüstungsgeschäft aktiv sind“.

Ein Blick in die Realität offenbart, dass die Commerzbank weiterhin zahlreiche Problemkunden im Portfolio hat, allem voran Europas Top-Rüstungskonzern BAE Systems und Deutschlands Nr. 1 Rheinmetall. BAE Systems macht über 95% seines Umsatzes im Rüstungsbereich, 2017 um die 20% davon mit Geschäften mit Saudi-Arabi- en. Auch an andere hoch brisante Länder wie Irak, Libanon oder Bahrain wurden in den letzten Jahren Raketen geliefert. Beim deutschen Pendant Rheinmetall machen Rüstungsgeschäfte mit nicht-europäischen Ländern über 50% des Rüstungsumsatzes aus. Der Konzern stattet Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Ägypten sogar mit kompletten Munitionsfabriken aus. Mögliche Rüstungs- exportbeschränkungen von deutscher Seite versucht Rheinmetall durch die Gründung von Töchterunternehmen in anderen Ländern mit laxen Exportregeln zu umgehen. Getreu dem Motto: keine Grenzen für Waffenexporte in die Krisen- und Kriegsgebiete dieser Welt!

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Fonds auch Rüstungs- oder Kohlefirmen enthält, dann können Sie das auf der Webseite "Faire Fonds" unter Angabe der ISIN-Nr. schnell herausfinden.

WANTED in unserer Reihe "Banks against Future" - Die Commerzbank