Papier

Globales Kulturgut - globales Problem
Einem Blatt Papier sieht man nicht an, aus welchem Holz es hergestellt ist, ob aus zertifizierter Waldwirtschaft, aus Plantagen oder aus illegalem Raubbau. Sichtbar ist aber die weltweite Zerstörung von Wäldern, zählbar ist der Verlust der Arten, spürbar auch bei uns der Klimawandel. Unser Papierverbrauch hinterlässt weltweit seine Spuren.

Der Rohstoff für die Papierherstellung stammt nicht nur aus Wäldern, sondern zunehmend auch aus Monokulturen mit standortfremden Baumarten. Die Eukalyptusplantagen bringen viele Probleme mit sich. Der große Wasserbedarf in ariden Gebieten, der massive Einsatz von Pestiziden und Düngern, die Landnahme durch riesige Konzerne. Aber auch Naturwälder, wie z.B. der Tropische Regenwald in Indonesien, verschwinden fürs Papier.

Die begrenzten weltweiten Ressourcen sind ungleich verteilt. Wir in Deutschland gehören zu den 20% der Menschen, die 80% aller verfügbaren Ressourcen der Erde beanspruchen. Unser zu hoher Papierkonsum ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Um diesen zu senken sind Politik und Verbraucher gefragt. Mit einem Memorandum für einen nachhaltigen Papierverbrauch rufen Umwelt- und Verbraucherschutzverbände die Bundesregierung auf, konkrete Maßnahmen einzuleiten, um den Papierverbrauch in Deutschland um 50 Prozent zu senken.

Aber auch die Banken und die Papierindustrie müssen sich Richtlinien geben, einen umwelt- und sozialverträglichen Rohstoffbezug von ihren Lieferanten bzw. Klienten fordern und damit dem Raubbau an der Natur und an Lebensräumen von Menschen einen Riegel vorzuschieben.

Länderbeispiele: