8. Mai 2012

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Umweltorganisationen nehmen Allianz-Geschäfte unter die Lupe


Urgewald *** Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre



Sassenberg/Köln – Anlässlich der morgigen Allianz-Hauptversammlung in 
München fordern internationale Umweltschützer mehr Verantwortung in der
 Allianz-Anlagestrategie. Denn obwohl die Allianz seit Jahren vorm
 Klimawandel warnt und sich als verantwortungsbewusstes Unternehmen
darstellt, investiert sie massiv in Unternehmen des Kohlebergbaus und in
 Kohlekraftwerksbetreiber. Zudem ist sie die deutsche Nummer eins bei
 Beteiligungen an Herstellern von Atomwaffen und ihren Komponenten.



Calvin Quek von Greenpeace East Asia ist extra zur Allianz-Hauptversammlung
angereist, denn die Allianz ist mit 160 Millionen Euro ein wichtiger
 Finanzierer des expandierenden chinesischen Kohlesektors. „Die größte
 Kohlefirma, in die die Allianz in China investiert hat, baute vorletztes
 Jahr 350 Millionen Tonnen Kohle ab. Wenn diese verbrannt werden, führen sie 
zu CO2-Emissionen, die die gesamten deutschen Kohlendioxidemissionen bei
 weitem überschreiten“, erklärt Quek. „Zusätzlich haben wir in China ein 
Riesenproblem mit der Kohleasche, die toxisch und radioaktiv ist und nicht
 ordentlich gelagert wird. Deshalb verbreitet sie sich überall und führt zu 
Wasserverschmutzung wie auch schweren Atemwegserkrankungen bei Mensch und
Tier. Ich möchte die Allianz deshalb auffordern, ihre Investitionen in den
 chinesischen Kohlesektor zu überdenken.“ Quek sähe Allianzgelder lieber 
stärker im Sektor Erneuerbare Energien.



Die Umweltorganisation urgewald sieht in den Investitionen in chinesische
 Kohlefirmen keinen Ausrutscher. Die von ihr im letzten November 
veröffentlichte Studie „Bankrolling Climate Change“ identifizierte 
zahlreiche weitere problematische Firmen im Portfolio der Allianz. Etwa die
 amerikanischen Firmen Arch Coal und Alpha Natural Resources, die in den USA
 sogenannten „Mountaintop Removal“ Kohleabbau betreiben. Dabei werden ganze 
Bergspitzen weggesprengt, um die dünnen Kohleschichten unter ihnen
freizulegen. Der Abraum wird dann in die benachbarten Täler verklappt und 
verschüttet und vergiftet dort die Wasserläufe. Oder die indonesische Firma
 Bumi Resources, deren Tochter Kaltim Prima Coal immer wieder 
Landrechtskonflikte mit der lokalen Bevölkerung hat und zur Rodung von 
Regenwäldern in Kalimantan beiträgt. Oder Coal India, ein indischer
 Kohleproduzent, der einen wesentlichen Teil seiner Minen ohne
 Umweltgenehmigung betreibt. „All diese Beispiele belegen, dass die Allianz
in Sachen Nachhaltigkeit noch ganz am Anfang steht und dringend mehr 
Verantwortung für ihre Investitionen übernehmen muss. Sie sollte als
 Versicherer die Risiken in der Welt minimieren statt sie zu vergrößern“, 
fordert Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.



Ebenfalls in der Kritik steht die Allianz, weil eine Untersuchung der
 Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen, „Don’t Bank the Bomb“, im März dieses Jahres die Allianz als deutsche Nummer eins bei Beteiligungen an Herstellern von Atomwaffen und ihren Komponenten identifizierte. „Ein Versicherer, der die Produktion von Waffensystemen unterstützt, die zu massiven Zerstörungen führen – das ist absurd. Als Kritische Aktionäre fordern wir dringend Verbesserungen von der Allianz“, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.



Kontakt:


urgewald: Heffa Schücking, 0160 – 96761436, heffa@urgewald.de

Greenpeace East Asia: Calvin Quek, 0086-10-6554-6931 ext 150,
 calvin.quek@greenpeace.org

Dachverband der Kritischen Aktionäre: Markus Dufner, 0174-4038806, 
dachverband@kritischeaktionaere.de