3. November 2016

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Rheinmetall-Quartalszahlen: Gewinne um jeden Preis

PM: urgewald & Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS)

Düsseldorf, 3.11.2016  Laut den heute veröffentlichten Quartalszahlen von Rheinmetall hat der Konzern sein Rüstungsgeschäft stark ausgeweitet. Die Unternehmenssparte Defense hat demnach in den ersten neun Monaten des Jahres 1,9 Milliarden Euro Umsatz gemacht und ist damit um 18 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das zeigt: Der lange schwächelnde Rüstungsbereich ist heute wieder treibende Kraft für Wachstum und Gewinne. Grund dafür sind vor allem steigende Rüstungs- und vor allem Munitionsexporte, auch in Krisen- und Kriegsgebiete. Eine neue Studie, die urgewald und das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) am 26. Oktober veröffentlicht haben, zeigt zudem: Seit Jahresbeginn hat Rheinmetall größere Aufträge für Munitionslieferungen im Wert von über 750 Millionen Euro erhalten.

„Der wirtschaftliche Erfolg hat einen politisch und ethisch hohen Preis“, sagt Barbara Happe, Rüstungsexpertin bei der Menschenrechtsorganisation urgewald. Die neue Studie von BITS und urgewald offenbart, dass Rheinmetall-Firmen im In- und Ausland Munition auch in aktuelle Krisen- und Kriegsgebiete sowie in autokratisch regierte Länder liefern, die die Menschenrechte massiv verletzen - zum Beispiel nach Saudi-Arabien, nach Katar oder in die Vereinigten Arabischen Emirate. „Die tödlichen Bomben, Granaten und Patronen, die Rheinmetall liefert, landen nicht nur im Depot. Sie kommen immer wieder zum Einsatz und töten Menschen, zum Beispiel im Jemen“, ergänzt Otfried Nassauer, Leiter des BITS und Autor der Studie. 

Besondere Bedeutung für die Exportgeschäfte des Konzerns hat ein von Rheinmetall geführtes Joint Venture in Südafrika, Rheinmetall Denel Munitions (RDM). Aus Südafrika kann der Konzern eine Vielzahl von Munitionen und sogar ganze Munitionsfabriken problemlos liefern, deren Export in Deutschland äußerst umstritten wäre. Im März wurde eine neue Munitionsfabrik in Saudi-Arabien eröffnet. In Abu Dhabi wurde schon vor Jahren eine ähnliche Anlage gebaut. In der Türkei und Indonesien sind weitere Kooperationen geplant.

„Der Konzern kann deutsche und europäische Exportrichtlinien durch seine ausländischen Tochter- und Gemeinschaftsfirmen umgehen. Rheinmetall profitiert von den dort deutlich laxeren Exportgenehmigungen“, sagt Happe. „Mit der aggressiven Wachstumsstrategie macht sich Rheinmetall mitschuldig an möglichen Kriegsverbrechen“.

Nassauer fordert von der Politik: „Munition ist das Grundnahrungsmittel jedes Krieges. Munitionslieferungen in Spannungs- und Kriegsgebiete müssen grundsätzlich verboten werden, ebenso Lieferungen an Staaten, die Menschenrechte missachten.“

Weitere Informationen:

Neue Studie: „Hemmungslos in alle Welt – Die Munitionsexporte der Rheinmetall AG“
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Kontakte:
Barbara Happe, urgewald: 0172 6814474, barbara@urgewald.org
Otfried Nassauer, BITS: 0179 2928476, Otfried.Nassauer@bits.de  

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