4. November 2016

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Moritz Schröder

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Medien-Info: Unterschriftenkampagne gegen Blutkohle bei EnBW

Kurz vor der Veröffentlichung der EnBW-Quartalszahlen am Donnerstag hat urgewald eine Protestkampagne gegen die Kohleimporte des Energiekonzerns gestartet. Unter dem Titel „Schluss mit der Blutkohle!“ sammelt urgewald Unterschriften, die zusammen mit Protestbriefen an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann geschickt werden. Die Botschaft: Das Land als wichtigster Anteilseigner von EnBW muss endlich handeln.

Die EnBW kauft noch immer große Mengen Kohle von den umstrittenen Bergbaukonzernen Drummond und Prodeco/Glencore aus der kolumbianischen Region Cesar. Allein 2015 hat EnBW 1,4 Millionen Tonnen Steinkohle für ihre Kraftwerke von dort bezogen. Dabei weiß die EnBW seit langem von schweren Vorwürfen gegen beide Lieferanten. Zwischen 1996 und 2006 wurden in Cesar 3.100 Menschen ermordet und 55.000 Bauern von ihrem Land vertrieben. 240 Menschen sind verschleppt worden und verschwunden. Verantwortlich waren paramilitärische Einheiten. Zahlreiche ehemalige Täter haben unter Eid ausgesagt, dass Drummond und Prodeco/Glencore diese Einheiten logistisch und finanziell unterstützt haben. Während die Opfer bis heute auf Gerechtigkeit warten, hält die Gewalt vor Ort an. Am 11. September wurde Néstor Martínez, ein Gegner der Minenexpansionspläne des US-Konzerns Drummond, vor seinem Haus erschossen. Die EnBW aber hält an den Geschäftspartnern und folgenlosen Dialogen fest.

Dabei sollte gerade die EnBW als Energieversorger in öffentlicher Hand mit gutem Beispiel vorangehen. EnBW sollte die Lieferbeziehungen zu den Kohlelieferanten Drummond und Prodeco/Glencore unterbrechen, bis die Vorwürfe gegen die Lieferanten untersucht und konkrete Maßnahmen zugunsten der Opfer eingeleitet wurden. Ministerpräsident Kretschmann muss klarmachen, dass die rote Linie überschritten ist. Menschenrechte sind ein unantastbares Gut. Deshalb muss er jetzt handeln: Schluss mit der Blutkohle bei EnBW!

Mehr Informationen:

Unterschriftenkampagne: https://urgewald.org/blutkohle/protest  

Hintergrundinformationen: https://urgewald.org/kampagne/schluss-blutkohle  

Kontakt:

Sebastian Rötters, Energie-Referent urgewald

0163 477 2758, sebastian@urgewald.org

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