24. Oktober 2006

Kontakt: 

Heffa Schücking

E-Mail: 

Telefon: 

0160-96761436

HypoVereinbank und Deutsche Bank weiter unter Anti-Atom-Druck Umweltbewegung fordert grundsätzliche Absage an Atomfinanzierung

urgewald - .ausgestrahlt – Robin Wood - Greenpeace
Berlin/Verden/Hamburg, den 24.10.2006

In etwa 60 deutschen Städten wenden sich diese Woche AktivistInnen an Filialen der HypoVereinsbank (HVB) und Deutschen Bank. Beide Banken wollten sich bis Ende vergangener Woche an der Finanzierung des AKW-Neubaus Belene in Bulgarien beteiligen. Am Donnerstag haben sich die Banken öffentlich von diesen Plänen verabschiedet. Sie reagierten damit auf die geplante bundesweite Aktionswoche zwischen 23. und 27. Oktober, zu der die Umweltorganisation urgewald und die Anti-Atom-Kampagne .ausgestrahlt aufgerufen haben.
„Wir begrüßen die Entscheidung, wundern uns aber doch, dass sie erst unter dem Druck umfassender Proteste zustande kommt“ , erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Initiative .ausgestrahlt. „Deshalb ermuntern wir Aktive, sich trotzdem an die Banken zu wenden und sie aufzufordern, die richtigen Lehren aus dem abgesagten Belene-Geschäft zu ziehen.“ Dazu übergeben sie der lokalen Filialleitung von Deutscher Bank und HVB offene Briefe, in denen sie Konsequenzen aus dem Reputationsdesaster verlangen. „Wir sind nicht nur gegen dieses gefährliche Einzelprojekt, sondern generell gegen den Einsatz der Risikotechnologie Atomkraft“, sagt Bettina Dannheim, Energieexpertin der Umweltorganisation ROBIN WOOD. „ Dieses Mal haben wir gegen das Belene-Projekt protestiert, sollten die Banken jedoch andere Atomgeschäfte finanzieren wollen, kommen wir gern wieder! Wir wollen ein verbindliches NEIN zu jeglicher Finanzierung im Atomsektor.“
Die Aktionswoche begann am Montag mit Bankbesuchen in Berlin, Potsdam, Karlsruhe, Osnabrück und Hamburg. „Die Gruppen sind gerade nach dem Rückzug der Banken aus Belene motiviert, nun einen prinzipiellen Ausstieg aus der Finanzierung der Atomkraft zu erreichen. Die Banken müssen sich endlich damit auseinandersetzen, dass ein Großteil der Bevölkerung die Atomkraft ablehnt und dass Geschäfte in diesem Sektor mit großen Reputationsrisiken einhergehen“, erläutert Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald. „Dies gilt für den deutschen Markt ebenso wie für den osteuropäischen. Die HVB/UniCredit hat dort zahlreiche Töchter, in 23 Ländern waren sie am 13. Oktober das Ziel von Protestaktionen.“
Die Umweltorganisationen verstehen nicht, wie es überhaupt zu einem Finanzierungsangebot für Belene kommen konnte. „Schließlich handelt es sich hier um ein Atomkraftwerk, das in einem Erdbebengebiet gebaut werden soll. Der Bau wurde bereits in den 80ern begonnen, Anfang der 90er jedoch wegen anhaltender Proteste und Wirtschaftlichkeits-Bedenken eingestellt“ erläutert Jan Haverkamp, Osteuropa-Experte von Greenpeace. „Ein ähnlicher Reaktortyp wie in Belene war in Stendal im Bau, wurde jedoch nach der Wiedervereinigung aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Deshalb ist es unverantwortlich, dass die Banken überhaupt erwogen haben, sich an diesem Geschäft zu beteiligen.“

Kontakt:
Heffa Schücking, urgewald, 0160-96761436
Jochen Stay, .ausgestrahlt, 0170-9358759
Tina Dannheim, Robin Wood, 040-380 892 21
Jan Haverkamp, Greenpeace/WISE 00420 603 569 243