18. April 2012

Kontakt: 

Heffa Schücking

E-Mail: 

Telefon: 

0160-96761436

Hoffnung auf die Zeit nach Energie-Dinosaurier Großmann

urgewald und Kritische Aktionäre fordern neuen Kurs bei RWE Köln/Sassenberg - Zur Hauptversammlung von RWE morgen in der Grugahalle in Essen fordern Nichtregierungsorganisationen aus dem In- und Ausland eine grundlegende Neuausrichtung des Unternehmens. „Der Weggang von Jürgen Großmann als RWE-Chef sollte die Bahn frei machen für eine Änderung des Geschäftsmodells, weg von Kohle und Atom“, fordert Heffa Schücking, Geschäftsführerin der Umweltorganisation urgewald.

Einen ersten positiven Schritt sehen die Organisationen darin, dass RWE und E.ON sich von ihren Neubauplänen für Atomkraftwerke in Wales und Westengland verabschieden wollen. Neil Crumpton von der Bürgerinitiative gegen das Atomkraftwerk Wylfa in Wales ist extra angereist, um Informationen von der Konzernleitung einzufordern. „Die Leute bei uns machen sich große Sorgen darum, was nun aus dem Projekt wird und dass das Land einfach an einen anderen Atomkonzern wie Rosatom verkauft wird. Wir wollen nicht neben einem Atomkraftwerk leben. RWE sollte mit uns über nicht-nukleare Alternativen für den Standort diskutieren!“ sagt Crumpton.

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre warnt vor der Doppelzüngigkeit RWEs „Wenn es um Atomenergie geht, bringt RWE gerne das Klimaschutzargument an, tatsächlich jedoch machen Braun- und Steinkohle fast 60 Prozent der RWE-Stromerzeugung aus“, erklärt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands. „Und der Konzern plant weitere Kohlekraftwerke. Das ist unverantwortlich, wir haben deshalb beantragt, den Vorstand nicht zu entlasten.“

Der geplante Neubau eines Kohlekraftwerks treibt einen weiteren Gast um, der zur Hauptversammlung angereist ist: Toni Vidan von Friends of the Earth Croatia wehrt sich gegen den Bau des Kohlekraftwerks Plomin in Kroatien, für das RWE ein potentieller Investor ist. „Der Bau neuer Kohlekraftwerke trifft auf großen Widerstand in der Bevölkerung. Das geplante neue Kohlekraftwerk soll viermal so groß ausfallen wie das alte. Mit allen damit verbundenen Umweltproblemen, etwa Aufheizung des adriatischen Meeres, Kohlestaubverseuchung der Umgebung und Festlegung des kroatischen Energiepfades auf Jahrzehnte“, warnt Vidan. Er will Genaueres über RWEs Pläne für Plomin herausfinden und von der Investition abraten.

„Ein weiteres Abstellgleis der Energiewende, auf das der Vorstand die RWE AG manövriert, ist die CCS-Technik“, stellt Reinhard Knof von der Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager, Schleswig-Holstein, fest. „Die Abscheidung von CO2 aus den Verbrennungsabgasen und die unterirdische Speicherung sind teuer und enthalten unkalkulierbare Risiken.“

Kontakt: 


urgewald, Heffa Schücking, Mobil-Tel. 0160 – 96 76 14 36, über diese Nummer sind auch Neil Crumpton und Toni Vidan erreichbar, heffa@urgewald.de

Dachverband der Kritischen Aktionäre, Markus Dufner, Geschäftsführer
Tel. 0221 / 599 56 47, Mobil 0174 – 403 8806, dachverband@kritischeaktionaere.de

Interviews am 19. April ab 8.15 Uhr vor der Grugahalle in Essen
Gegenanträge und weitere Informationen: www.kritischeaktionaere.de, www.urgewald.de