12. Oktober 2017

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Euler Hermes: 1,5 Mrd. Euro pro Jahr für fossile Energieprojekte

Berlin, 12.10.2017 Die Exportkreditagenturen der G20-Staaten fördern weltweit klimaschädliche Projekte in Milliardenhöhe – darunter auch neue Gas- und Öl-Vorhaben, die die Klimaziele der Weltgemeinschaft direkt torpedieren. Dies ergibt ein heute veröffentlichter Bericht der NGOs Friends of the Earth USA, WWF und Oil Change International, den urgewald in Deutschland mit herausgibt. Für die Studie wurde die Unterstützung der G20-Staaten für Exportgeschäfte im Energiebereich in den Jahren 2013 bis 2015 untersucht. Sie trägt den Titel: „Financing Climate Disaster: How Export Credit Agencies Are a Boon for Oil and Gas“.

Exportkreditagenturen (ECAs) unterstützen durch staatliche Garantien, Versicherungen, Kredite und Darlehen den Export von Gütern und Dienstleistungen ins Ausland. Dazu zählen auch zahlreiche Fossil-Projekte, vor allem im Öl- und Gassektor. Allein hier vergaben die ECAs der G20-Staaten im untersuchten Zeitraum rund 27 Milliarden Euro jährlich. Knapp 23 Prozent dieser Summe floss in die Erschließung neuer Öl- und Gasquellen – mit denen das Einhalten des Pariser Erderwärmungs-Ziels von 1,5 Grad Celsius kaum haltbar wäre. Durch Öl- und Gasförderung sowie –transport werden große Mengen Methan freigesetzt, das kurz- und mittelfristig um ein Vielfaches klimaschädlicher ist als Kohlendioxid.

Im Gegensatz zu den fossilen Investitionen vergaben die ECAs nur rund 2,5 Mrd. Euro jährlich für vergleichsweise saubere Energieprojekte, also Solar, Windkraft, Geothermie und kleine Wasserkraftanlagen. Zum Vergleich: Die Gelder für Öl- und Gasprojekte lagen mehr als elf Mal so hoch.

Die größte Unterstützung für Kohle, Öl und Gas kam von Japan (über 11 Mrd. Euro im Durchschnitt jährlich), gefolgt von Südkorea (mehr als 6 Mrd. Euro) und den USA (rund 5 Mrd. Euro). Deutschlands ECA Euler Hermes liegt mit jährlich rund 1,5 Mrd. Euro auf Platz 6 der G20. Rund 80 Prozent davon flossen in Öl und Gas.

„Als einer der wichtigsten Exportförderer für Kohle, Öl und Gas ist Deutschland auch einer der größten Bremsklötze für die weltweite Energiewende“, kritisiert Regine Richter, Energieexpertin von urgewald. „Dass die Bundesregierung noch keinen Sinneswandel anstrebt, zeigt das Flüssiggas-Projekt Jamal in Russland, das sich große Hoffnungen auf eine baldige Hermes-Unterstützung machen darf.“ Die Studien-Autoren fordern die Exportkreditagenturen auf, bis spätestens 2020 ihre fossile Finanzierung zu beenden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern.

Weitere Informationen:
Report „Financing Climate Disaster“
https://urgewald.org/financing-climate-disaster-how-export-credit

Mögliche Hermes-Förderung für Flüssiggasprojekt Jamal
http://bit.ly/2i1DXvA

Kontakt:
Regine Richter, urgewald: regine@urgewald.org, 0170 29 30 725

 

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