23. Mai 2012

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Commerzbank muss mehr für den Klimaschutz tun

Kritische Aktionäre, urgewald und internationale Umweltaktivisten sprechen bei heutiger Hauptversammlung

Berlin/Köln/Frankfurt - Bei der heutigen Hauptversammlung der Commerzbank in Frankfurt fordern Umweltaktivisten aus aller Welt mehr Klimaschutz von der Bank. Auf Einladung der Umweltorganisation urgewald sind Itan Kussaritano aus Indonesien und Bob Kincaid aus den USA angereist, um die Commerzbank mit den Auswirkungen ihrer Investitionen zu konfrontieren.

So investiert die Commerzbank in den Bergbaukonzern BHP Biliton, der in Kalimantan, Indonesien, Bergbaulizenzen für sieben Kohleminen erwirkt hat. Die Kohle soll dort im Tagebau gewonnen werden. Kussaritano, ein Vertreter vom indigenen Volk der Dayak, beschreibt, was auf sie zukommt: „Die Regierung vergibt die Lizenzen zum Kohleabbau ohne darauf zu achten, wem das Land gehört und wer dort lebt. Es kommt zu Vertreibung und Zwangsumsiedlungen der indigenen Bevölkerung. Unser ganzes Waldmanagement- und Landwirtschaftssystem, das sich über Tausende von Jahren entwickelt hat und eine nachhaltige Nutzung der Wälder darstellt, wird zerstört. Die Commerzbank gibt an, den besonderen Schutz indigener Völker anzustreben. Das sollte sie in ihren Geschäften auch umsetzen!“

Einen Tagebau der besonderen Art kennt Bob Kincaid aus den Appalachen in den USA. Dort wird der so genannte Moutaintop-Removal-Kohleabbau betrieben, bei dem ganze Bergspitzen weggesprengt und anschließend in benachbarte Täler verklappt werden, was komplette Landschaften zerstört. Alpha Natural Resources und Arch Coal, zwei Firmen, in die die Commerzbank investiert hat, betreiben diesen Moutaintop Removal. „Täglich setzt die Kohleindustrie drei Millionen Kilogramm Sprengstoff ein“, so Kincaid. „500 Berge sind dem schon zum Opfer gefallen ebenso wie 2000 Meilen klare Bergbäche. Übrig bleiben verseuchte Landschaften, die verschiedenste Krankheiten nach sich ziehen: Missbildungen, Herzkrankheiten und Krebs. Daraus folgt, dass die Commerzbank Firmen, die Moutaintop Removal betreiben, aus ihrem Portfolio ausschließen muss!“

Die Umweltorganisation urgewald begrüßt das Engagement der Commerzbank im Bereich Erneuerbare Energien ebenso wie deren Ziel, diese Unterstützung in den nächsten Jahren zu verdoppeln. Sie warnt jedoch: „Leider spielt die Commerzbank auch für die Gegenmannschaft, denn die Bank hat in den letzten Jahren über vier Milliarden Euro in den Ausbau des Kohlesektors investiert und macht damit ihren positiven Einsatz für die Erneuerbaren zunichte“, so Katrin Ganswindt von urgewald. Die Organisation fordert klare Ausschlusskriterien von der Commerzbank, so dass sie keine Firmen unterstützt, die Ureinwohner vertreiben und einmalige Naturräume vernichten. Ebenso soll sie sich klare CO2-Reduktionsziele für ihr Portfolio setzen.

Dies unterstreicht Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionäre: „Eine Bank, die so viel staatliche Unterstützung erhalten hat wie die Commerzbank, muss auch öffentlichen Interessen besonders dienen und darf keine Geschäfte machen, die das Klima killen.“

Gegenantrag: www.kritischeaktionaere.de



Kontakt:
Katrin Ganswindt, urgewald, 0176-324 111 29
Kathrin Petz, urgewald, 01520-214 93 41 (auch für Itan Kussaritano und Bob Kincaid)
Markus Dufner, Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Mobil 0173-713 52 37, dachverband@kritischeaktionaere.de