Die sauberen Banken

Mit der Finanz- und Eurokrise ist das Misstrauen der Bürger/innen in die Banken kontinuierlich gestiegen. Immer mehr KundInnen fragen kritisch bei ihrer Bank nach, weil sie ihr Geld nachhaltig anlegen wollen. Viele nehmen den Bankencrash und die Eurokrise zum Anlass, den etablierten Banken den Rücken zu kehren. Sie wollen ihr Geld nachhaltig anlegen, ohne Investitionen in Rüstung, Gentechnik, Atom- oder Kohleenergie.

Der Markt der Alternativ-Vollbanken wird in Deutschland derzeit von drei Instituten bestimmt:

  • GLS Bank
  • Triodos Bank
  • 
Ethikbank

Bank mit grünem Profil

  • UmweltBank

Diese Banken arbeiten mit sogenannten Ausschlusskriterien, die unter anderem die Zusammenarbeit mit Rüstungs- und Atomindustrie ausschließen. Anhand ihrer Positivkriterien fördern sie gezielt zukunftsweisende Projekte, ökologische Landwirtschaft und erneuerbare Energie. Auch für Kohlekraftwerke und Kohleminen stellen die vier Banken kein Geld bereit.

Offen und ehrlich
Transparenz ist ein weiteres entscheidendes Unterscheidungsmerkmal zwischen konventionellen Banken und den meisten Alternativbanken. Bei der GLS Bank, der Ethikbank und der Triodos Bank kann der interessierte Kunde genau erfahren, wofür die Bank sein Geld ausgibt und selbst entscheiden, in welche Unternehmen er investiert. Alle Alternativbanken lassen sich bei der Auswahl der Unternehmen, in die sie investieren, von spezialisierten Forschungsinstituten im Bereich Nachhaltigkeit beraten. GLS, Triodos Bank und Umweltbank verfügen des Weiteren über externe Beiräte, die die Vorauswahl der Institute nochmals bewerten und kontrollieren.

Girokonto - der Wechsel lohnt sich!
Die meisten Bankkunden in Deutschland scheuen den Bankenwechsel – sowohl für ihr Girokonto als auch für ihre Geldanlagen. Selbst wenn sie Negativschlagzeilen über ihre Bank lesen müssen, schrecken sie vor dem mit einem Bankenwechsel vermeintlich verbundenen Aufwand zurück. Dabei ist Bank wechseln gar nicht so schwer und zeitintensiv – v.a. dann nicht, wenn es sich um die für die Banken relevanten Geldanlagen handelt. Und was sind schon ein paar Stunden Aufwand gegen das Gefühl und die Gewissheit, dass das eigene Geld sicher und nachhaltig angelegt ist?

Girokonten haben zwar nur eingeschränkte Bedeutung für die Banken, aber in der Summe sind sie dennoch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In Deutschland gibt es mittlerweile 95 Millionen Girokonten mit einem Einlagevolumen von über 800 Milliarden Euro. Und gerade nach der Finanzkrise buhlen die Banken wieder um KundInnen, um das sichere Privatkundengeschäft auszubauen. Deswegen ist es wichtig, klare Zeichen zu setzen und sich von den Banken abzuwenden, die in Rüstung und Atom investieren und Geschäfte mit dem Hunger machen. Kundenschwund tut Banken weh.

Fazit: Der Wechsel lohnt sich, ist einfacher als man denkt und macht einen großen Unterschied. Also, keine Angst vorm Wechseln! Die meisten Geldinstitute helfen ihren neuen Kunden bei den Formalitäten. Die Angebotspalette der Alternativbanken für die PrivatkundInnen umfasst Sparanlagen jeglicher Art, Wertpapiere und Altersvorsorge. Intensive Beratungen am Telefon sind in diesem Kontext durchaus üblich. KundInnen, die dafür den persönlichen Kontakt bevorzugen, sind allerdings bisher auf das schmale Filialnetz der GLS beschränkt oder können sich den nachhaltig arbeitenden Kirchenbanken zuwenden.

Wohin mit meinen Geldanlagen?
Von zentraler Bedeutung für Banken sind die längerfristig bei ihnen angelegten Gelder, die sie als Kredite wieder ausreichen oder mit denen sie an den Wertpapier- und Kapitalmärkten arbeiten. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Geldanlagen bei einer Bank unterbringen, die ökologische und soziale Kriterien anwendet.

"Geld bewegt die Welt"  - Ihr Geld kann helfen sie in die richtige Richtung zu bewegen.

 

Was können SIE tun?

1. Bankwechsel
2. Abschiedsbrief schreiben
3. Kampagne unterstützen

Ausführliche Informationen über die alternativen Banken und zum Bankwechsel finden Sie hier zum herunterladen.  Dieses PDF ist ein Auszug aus unserer Broschüre "Ist meine Bank ein Klimakiller?".

Verabschieden Sie sich mit einem Abschiedsbrief von Ihrer bisherigen Bank. Legen Sie offen, dass Sie aus ethischen und ökologischen Gründen gewechselt haben.

Wechselbriefe an den jeweiligen Vorstand der Bank, von der Sie wechseln:
Deutsche Bank
Postbank
Commerzbank
HVB/Unicredit

Eine weitere Möglichkeit, ist den Bankwechsel erstmal anzudrohen und eine Stellungnahme der Bank zu verlangen. Einfach die Begründung aus dem Abschiedsbrief der entprechenden Bank nehmen und in den Wechseldrohbrief kopieren. Hier ein Vorschlag für einen "Wechseldrohbrief", den Sie für Ihre jeweilige Bank anpassen können:
Wechseldrohbrief

Unterstützen Sie unsere Kampagne: Bankwechsel jetzt!
Reden Sie mit Freund/innen, Kolleg/innen und Bekannten und ermutigen Sie diese zum Bankwechsel. Verbreiten Sie unsere Broschüre und spenden Sie für unsere Kampagne. Organisieren Sie einen Büchertisch oder eine Protestaktion vor der Filiale einer der drei großen deutschen Privatbanken. Wir helfen Ihnen dabei mit Infomaterial und Aktionsideen.

Als Verbraucher/innen haben wir viel Macht. Während dies bei Essen, Kleidung und Strom mehr und mehr ankommt, hinkt die Erkenntnis im  Bankenbereich noch hinterher. Dabei wäre unser Finanzsystem ohne private Geldanlagen gar nicht möglich: im Jahr 2011 verfügten wir über 4,7 Billionen Euro privat angelegtes Geld, während der gesamte Bundeshaushalt „nur“ 305 Milliarden ausmachte. Nutzen wir diese Macht, indem wir unser Geld bei Banken anlegen, die damit nach ökologischen und sozialen Kriterien arbeiten.