Newsletter Dezember 2010

9. Dezember 2010

Liebe Freunde und Freundinnen,
hier ist der letzte urgewald-Newsletter für dieses Jahr. Wir wünschen allen eine besinnliche (ja, auch vor dem Zwischenlager in Ahaus kann es ganz besinnlich zugehen...) und erholsame Weihnachtszeit. Kommen Sie alle frisch und tatkräftig im neuen Jahr an!

Andrea Soth
für das urgewald-Team

Unsere Themen:

- Ihre Rente ist sicher - todsicher
- Nikolaus = Aus
- 12. Dezember: "Trotzdem-Demo" in Ahaus
- Neue Broschüre: Wie radioaktiv ist meine Bank?
- Unser Weihnachtswunsch: Fördermitglieder


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Ihre Rente ist sicher - todsicher
Vorab-Info zum 10.12.: Zum Tag der Menschenrechte tritt urgewald gemeinsam mit Ex-Arbeits- und Sozialminister Walter Riester vor die Presse und enthüllt: Riester-Produkte investieren in Streubombenhersteller.

Weitere Informationen sind wegen der Presse-Sperrfrist erst am 10. Dezember möglich - bitte beachten Sie unsere dann erscheinende Pressemitteilung oder schicken Sie uns eine E-Mail, wenn wir Sie hierzu weiter informieren sollen. (simone@urgewald.de)

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Nikolaus = Aus
Zum Nikolaustag kam das AUS für die geplanten Castor-Transporte der 951 Brennelemente aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor von Ahaus nach Majak in Russland. Umweltminister Röttgen musste sich angesichts der Proteste geschlagen geben und verkündete sein Veto. Spiegel Online berichtete: "Er sehe nicht die Voraussetzungen für eine schadlose Verwertung der Brennelemente, erklärte Röttgen“. Ein Hinweis für die fehlenden Voraussetzungen sei es, dass die russische Aufbereitungsanlage derzeit nicht in Betrieb sei. Der Umweltminister erklärte, seine Entscheidung sei "zunächst endgültig". Auf die Frage, ob ein Transport zu einem späteren Zeitpunkt in Frage kommen könnte, antwortete er ausweichend. Es werde bis zu einer Entscheidung "wohl Jahre dauern können", sagte der CDU-Politiker."

urgewald hat eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung von Protest und Öffentlichkeit gespielt. Zunächst im Verborgenen: wir arrangierten die ersten Hintergrundgespräche zwischen wichtigen deutschen Journalisten und dem russischen Anti-Atomaktivisten Vladimir Slivyak (Ecodefense). Gemeinsam mit Anti-Atomgruppen aus dem Münsterland informierten wir im November dann in der Bundespressekonferenz über den geradezu zynischen Versuch der Bundesregierung, den hochradioaktiven Atommüll nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" ausgerechnet in Majak loszuwerden. Die Gespräche und unsere Pressekonferenz lösten geradezu eine Pressewelle aus.

Nach einem schweren radioaktiven Unfall im Nuklearzentrum 1957 ist Majak bis heute eine der am stärksten verstrahlten Regionen der Welt. Jahrzehnte wurden die Folgen des Unfalls bei den 270.000 Menschen in den Dörfern und Städten der Region vor dem Rest der Welt geheim gehalten. Neuer plutoniumhaltiger Atommüll aus Ahaus würde die Lage in Majak weiter verschärfen. Russische Umweltschützer klagen wegen der großen Probleme bereits gegen die russische Regierung. Eine Internet-Ausstellung zu Majak auf englisch und russisch findet sich unter folgendem Link

 

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12. Dezember: "Trotzdem-Demo" in Ahaus
RÖTTGENS RÜCKZUG IST KEINE ENDGÜLTIGE ENTWARNUNG!! Bitte kommen Sie zahlreich zur "Trotzdem-Demo" am Sonntag, dem 12. Dezember nach Ahaus. Mit heißem Tee und/oder Glühwein wird die Stimmung dort bestimmt so schön - sogar noch schöner - weil viel sinnvoller, als der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.

Weitere Infos bitte dem untenstehenden Aufruf vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen entnehmen.

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Neue urgewald-Veröffentlichung: Wie radioaktiv ist meine Bank?
Mit Verspätung kommt "Wie radioaktiv ist meine Bank?" in der nächsten Woche aus der Druckerei. Wir entschuldigen uns bei allen, die schon bestellt haben und lange warten mussten. Nächste Woche kommt Post! Versprochen!

Atomenergie ist teuer und gefährlich und wird von vielen Menschen abgelehnt. Ein Großteil der Banken ist jedoch tief in die Finanzierung der Atomindustrie verstrickt. In dieser Broschüre erfahren Sie, welche Banken “sauber" sind und wie Sie Ihr Geld davor bewahren können, für die Atomindustrie zu arbeiten. 48 Seiten, 4,50 zzgl. Porto.

Direkt hier bestellen: simone@urgewald.de oder im urgewald-Büro anrufen: 02583/1031

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Unser Weihnachtswunsch: Neue Fördermitglieder
Unabhängige Arbeit braucht unabhängiges Geld: Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende oder geben Sie uns mit einem Förderbeitrag verlässlichen Rückhalt.
Ihre Weihnachtsspende an uns: www.urgewald.de

Wer sich bis zum 31.12. für eine Fördermitgliedschaft entscheidet, bekommt von uns 2 Broschüren "Wie radioaktiv ist meine Bank?" geschenkt. Eine zum selber lesen, eine zum verschenken!
Fördermitglied werden: www.urgewald.de

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INFOS ZU AHAUS-DEMO AM 12. DEZEMBER:
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich bei allen bedanken, die in den letzten vier Monaten sich in die wachsende und sehr erfolgreiche Kampagne eingeklinkt haben - gemeinsam haben wir ein extrem verantwortungsloses Atomprojekt gestoppt. Das ist ein echter Erfolg für die Anti-Atom-Bewegung !!!

ABER: In Jülich warten bereits 152 Castoren für das Zwischenlager Ahaus, die 2011 starten sollen. Und noch immer wird schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Duisburg und Jülich in Ahaus eingelagert, obwohl der als "Endlager" vorgesehene Schacht Konrad immer mehr als Fata Morgana am Horizont wegschwimmt. Und auch an der UAA Gronau soll womöglich schon ab 2011 ein Zwischenlager für Uranmüll hochgezogen werden. Atommüll lässt sich nicht "entsorgen" - wir brauchen dringend den sofortigen Atomausstieg.

Deshalb bleibt es dabei: Kommt am 12. Dezember um 14 Uhr zur Demo am Zwischenlager Ahaus !!

Und noch einige Überlegungen zum Schluss:
Sehr erfreulich war die Mobilisierung in den Küstenstädten zum Thema Castor und Atomtransporte. Wir hoffen, dass die Hafenstädte Bremen, Hamburg, Rostock, Lübeck etc. nun Nägel mit Köpfen machen und alle Atom- und Urantransporte durch ihre Häfen verbieten. Dann wäre z. B. die Urananreicherung in Gronau und die Brennelementefertigung in Lingen in großen Schwierigkeiten.
Immer wieder hieß es von verschiedenen Seiten, dass Landesregierungen kaum juristische Möglichkeiten hätten, um derartige Castor-Transporte zu stoppen - aber nun zeigt sich: Politisch ist viel mehr möglich als man denkt. Breite und entschlossene gesellschaftliche Bündnisse können Erfolge erzielen!
Internationale Widerstandskooperationen können erfolgreich Widerstand leisten und neue Handlungsperspektiven eröffnen. Das hat sich u. a. schon bei der erfolgreichen Einstellung der Uranmüllexporte von Gronau nach Russland gezeigt, aber auch bei der Verhinderung der RWE-Beteiligung beim geplanten Bau des bulgarischen AKW Belene.
Auch in NRW brauchen wir nun konkrete Atomausstiegsmaßnahmen, denn das Zwischenlager Ahaus dient nicht der Atommüllentsorgung, die Atommüllkonditionierung in Duisburg liegt direkt neben einem Wohng ebiet, die UAA Gronau dient dem weltweiten Ausbau der Atomenergie und Jülich ist voller radioaktiver Altlasten - es ist an der Zeit, dass Rot-Grün in NRW konkret den Atomausstieg in Schwung bekommt. Wir sehen uns am 12. Dezember in Ahaus - und nehmen das Atommülllager in die Zange,
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, SOFA Münster, BI "Kein Atommüll in Ahaus"

(www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de)