AXA: Kohlefirmen landen mithilfe von urgewald auf Ausschlussliste

13. Dezember 2017

Was AXA, der drittgrößte Versicherungskonzern der Welt, am 12. Dezember verkündet hat, ist ein riesiger Erfolg für den Klimaschutz und betroffene Menschen weltweit - aber auch für urgewald. Wir konnten den Finanzriesen mit unserer neuen Kohle-Datenbank "Global Coal Exit List" dazu bringen, vielen Kohle-Konzernen das Geld zu entziehen. Mithilfe unserer Recherche verlieren Unternehmen wie Glencore, RWE, Uniper und viele weitere nun Investorengelder. Insgesamt entzieht AXA dem Kohlesektor 2,4 Milliarden Euro. Die Allianz und andere Investoren sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Unsere vollständige Bewertung zum Schritt von AXA lesen Sie in unserer PressemitteilungWie wichtig solche Investorengelder nach wie vor für Kohlefirmen sind, zeigen zwei neue Studien

Die Berichte "Banks vs. the Paris Agreement" und "Investors vs. the Paris Agreement" hat urgewald zusammen mit Partnerorganisationen einen Tag vor der AXA-Verkündung veröffentlicht. Zum zweiten Geburtstag des Pariser Klimaschutzabkommens belegen die neuen Recherchen, dass Großbanken zwischen Januar 2014 und September 2017 den 120 wichtigsten Kohlekraftwerksentwicklern 630 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt haben und große institutionelle Investoren derzeit fast 140 Milliarden US-Dollar in dieselben Unternehmen investieren.

„Während Klimaforscher warnen, dass wir den Ausstieg aus bestehenden Kohlekraftwerken beschleunigen müssen, geben Banken und Investoren immer noch Milliardenbeträge an Unternehmen weiter, die neue Kohlekraftwerke planen", kritisiert Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.

Chinesische und japanische Banken stehen für 68 % der Geschäfte

Die ergänzenden Berichte "Banks vs. the Paris Agreement" und "Investors vs. the Paris Agreement" wurden von urgewald und den Partner-NGOs BankTrack, Les Amis de la Terre (Frankreich), Re:Common (Italien) und Rainforest Action Network (USA) auf dem Climate Finance Day in Paris veröffentlicht, bei dem die Klimabemühungen der Finanzwirtschaft seit Inkrafttreten des Abkommens von Paris diskutiert wurden. In den Studien wird das finanzielle Engagement von Banken und Investoren bei den 120 weltweit wichtigsten Entwicklern von Kohlekraftwerken untersucht. Diese Unternehmen sind für 2/3 der weltweit geplanten neuen Kohlekraftwerke verantwortlich und planen den Bau von über 550.000 Megawatt – was den Kohlekraftwerksparks von Indien, USA und Deutschland entspricht. 

Banken unterstützten diese Unternehmen im Zeitraum von Januar 2014 bis September 2017 mit Krediten sowie der Ausgabe von Aktien und Anleihen in Höhe von 630 Mrd. USD, wobei chinesische und japanische Banken 68% des Gesamtbetrags vergaben. Während immer mehr westliche Banken die direkte Finanzierung von Kohlekraftwerksprojekten einschränken, setzen sie die Finanzierung der dafür verantwortlichen Firmen fort. Fast die Hälfte der größten 20 Kreditgeber für Kohlekraftwerksentwickler sind westliche Banken wie ING, Citi, Société Générale, HSBC und Deutsche Bank. Im Jahr 2016, also im Jahr nach der Unterzeichnung des Pariser Abkommens, haben neun westliche Großbanken ihre Finanzierung für die wichtigsten Kohlekraftwerksentwickler sogar noch aufgestockt (Barclays, BNP Paribas, Citi, Crédit Agricole, ING, JPMorgan Chase, Société Générale, Standard Chartered und UBS).

BlackRock größter Investor in Kohlekraftwerksentwickler

Der weltweit größte Investor der Kohlekraftwerksentwickler ist der US-amerikanische Investment-Gigant BlackRock, der Aktien und Anleihen im Wert von 11,5 Milliarden US-Dollar an diesen Unternehmen hält. Es folgen Japans Government Pension Investment Fund mit Investitionen in Höhe von 7 Mrd. USD und der US-Investmentmanager Vanguard mit Investitionen in Höhe von 5,7 Mrd. USD.

„Für BlackRock machen die Investitionen in Kohlekraftwerksentwickler nur einen winzigen Teil des Portfolios aus, weniger als 0,2 % des verwalteten Vermögens. Für den Rest von uns bedeuten diese Investitionen hingegen einen Riesenschritt in Richtung Klima-Katastrophe“, sagt Schücking. Die 52 Kohlekraftwerksentwickler, an denen BlackRock in vielen Fällen signifikante Anteile hält, sind insgesamt für Kohleausbaupläne in Höhe von 340.622 Megawatt verantwortlich - das entspricht der gesamten Kohlekraftwerksflotte von Indien, Japan, Südkorea und Russland.

Berichte:

"Banks vs. the Paris Agreement"

"Investors vs. the Paris Agreement"