In diesem Jahr besuchten wir mehr Hauptversammlungen als je zuvor. Neben den großen deutschen Energiekonzernen RWE und E.ON, stehen auch dieses Jahr erneut die Deutsche Bank und die Commerzbank auf unserer Liste der Banken und Konzerne, deren Investitionen wir unter die Lupe nehmen. Zum ersten Mal wurden von uns auch der Siemens Konzern und die Allianz Versicherung in München besucht.
Seit dem 28. März 2012 ist es amtlich: die bulgarische Regierung steigt aus dem Belene Projekt aus. Niemand freut sich mehr darüber als die bulgarische Biobäuerin Albena Simeonova. Sie hat über zwei Jahrzehnte den Widerstand gegen das AKW organisiert und ließ sich weder durch Morddrohungen noch durch andere Repressalien davon abbringen.
Im April 2011 berichtete die Bundesregierung Abgeordneten, dass sie einen Antrag über 26 Millionen Euro für Zulieferungen zum Neubau des Atomkraftwerks Haiwei in Hainan, China prüfe. Daran saß sie im Dezember 2011 immer noch. China hat das ehrgeizigste Atomprogramm der Welt und will in den nächsten Jahren im Schnellverfahren 50-60 neue Atomkraftwerke bauen.
Gronauer Urananreicherungsanlage Urenco Die Route um die Anlage in Gronau wurde mit gutem Grund gewählt: Urananreicherung ist ein wesentlicher Teil am Beginn der Uranwertschöpfungskette. Durch sie wird nicht nur die zivile, sondern auch die militärische Nutzung von Atomenergie ermöglicht.
Die Umweltorganisation urgewald und der Dachverband der Kritischen Aktionäre fordern die RWE AG bei der morgigen Hauptversammlung in Essen auf, sich von ihrer verantwortungslosen Atompolitik zu verabschieden, die Klage gegen das Atom-Moratorium zurückzuziehen und den Vorstandsvorsitzenden Großmann zu entlassen.
Am Tag, als die deutsche Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald den Beginn einer Kampagne gegen die Beteiligung des Energieversorgers RWE am Atomkraftwerk Cernavoda ankündigte, gab der Konzern seinen Rückzug aus dem umstrittenen Projekt bekannt.
Die Umweltorganisation urgewald stellt heute ihre neue Verbraucherbroschüre vor: „Wie radioaktiv ist meine Bank?" Darin hat die Organisation die Finanzdienstleistungen elf deutscher Banken für die internationale Atomindustrie untersucht: von der Kreditvergabe bis zur Ausgabe und dem Besitz von Anleihen und Aktien.
Auch in diesem Jahr besuchten urgewald-Mitarbeiterinnen mit Gästen aus Rumänien und Russland die RWE Aktionärsversammlung. Durch übertragene Stimmrechte anderer RWE-Aktionäre konnten wir den Vorstand und Aufsichtsrat von RWE direkt mit Kritik und Fragen konfrontieren. "VoRWEg gehen ... und sich allen Fragen stellen." lautete das Motto auf der Großleinwand.