4. Mai 2006

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Landraub in Brasilien für Taschentücher

urgewald und Robin Wood protestieren heute zusammen mit den Tupinikim und Guarani-Indianer aus Brasilien gegen den Landraub für Tempo-Taschentücher. Der brasilianische Konzern Aracruz besetzt 11.000 ha ihres Landes mit Eukalyptus-Plantagen, die für die Zellstoffproduktion angebaut werden. Procter&Gamble, Produzent des Tempo-Taschentuchs, ist einer der Hauptabnehmer von Aracruz Zellstoff.

Seit Jahrzehnten kämpfen die Tupinikim und Guarani um die Rückgabe ihres Landes. Studien der brasilianischen Indianerbehörde belegen den Anspruch der Indianer auf die 11.000 ha. Aracruz verweigert jedoch beharrlich die Rückgabe. Im Januar 2006 gipfelte der von Aracruz verursachte Konflikt in der gewaltsamen Vertreibung der Indigenen. Unter Einsatz von Gummigeschossen wurden die Tupinikim und Guarani aus ihren Hütten vertrieben. Aracruz-Traktoren zerstörten die Siedlung. 13 Leute wurden verletzt. „Die Menschen in Deutschland sollen erfahren, dass wir Tupinikim und Guarani für die Rohstoffe von Tempo brutal vertrieben werden“, sagt Tupinikim Paulo Henrique Vedente de Olivira, Koordinator von Brasiliens zweitgrößter Indigenen-Organisation APOINME. Sein Arm wurde bei dem überfallartigen Polizeieinsatz gebrochen.

„Procter&Gamble ist mitschuldig daran, dass uns Aracruz das Land genommen, unsere Wälder dem Erdboden gleich gemacht und unsere Flüsse mit Chemikalien vergiftet hat“, sagt Wera Kwaray, Häuptling des Guarani-Dorfes Boa Esperanza. „Aracruz zerstört unsere Kultur.“

Aracruz ist für viele weitere soziale Konflikte in Brasilien verantwortlich. Angelockt durch die Militärdiktatur dehnte Aracruz seine Eukalyptus-Plantagen im Südosten Brasiliens aus. Dabei wurden nicht nur die Indianer von ihrem Land vertrieben, sondern auch die Quilombolas (Nachfahren der Sklaven), die nun ebenfalls ihr Land von Aracruz zurückfordern. Viele Menschen in der Region sind von dem massiven Chemikalieneinsatz auf den Aracruz-Plantagen beeinträchtigt, der Böden und Wasser verschmutzt.

„Den Indianern wird ihr Land genommen, damit in Deutschland Tempo-Taschentücher produziert werden können. Verbraucher und Hersteller sollten Recyclingpapier nutzen und nicht die Problemen in der Region durch die Nachfrage nach Zellstoff verstärken“, sagt Lydia Bartz von urgewald.

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