21. Februar 2006

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Initiative 2000 plus ausgezeichnet als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Hannover, 21.02.2006
Auf der Didacta-Bildungsmesse in Hannover wurde am 21.02.2006 in einer feierlichen Veranstaltung die Initiative 2000 plus – Zukunftsfähig mit Papier in Deutschland als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.
Der UNESCO-Tag auf der didacta begann mit einer Podiumsdiskussion zu den Erfolgskriterien für die UN-Dekade. Bei der anschließenden Auszeichnungsveranstaltung nahmen Rena Bürger (Bürgerinitiative Hannover) und Angela Bühs (Greenpeace Münster) stellvertretend für die Initiative 2000 plus als eines von 58 Projekten die Auszeichnung als „Offizielles Dekade-Projekt“ in Empfang. Zu Beginn des zweiten Dekadejahres hat die Jury des Nationalkomitees diese begehrte Auszeichnung damit 229 Mal vergeben.

Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees, und Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission überreichten Urkunde, Fahne und Stempel. Die Auszeichnung gilt für die Jahre 2006 und 2007 und wurde der Initiative 2000 plus für ihr bundesweites Projekt „Zukunftsfähig mit Papier in Deutschland“ verliehen. Im Vordergrund des Projektes steht die Gemeinschaftsaktion „Wir setzen Zeichen“ – eine Selbstverpflichtung von Schulklassen zur Nutzung von Recyclingpapier, an der sich derzeit bundesweit über 1.500 Schulklassen beteiligen. Prof. De Haan betonte, dass das als „schon längst überholt“ betrachtete Thema (Recycling)papier wieder ein Thema für Bildung für nachhaltige Entwicklung ist.
Das globale Produkt Papier eignet sich ganz besonders gut für Bildungsarbeit in Sachen Nachhaltigkeit, hängt doch seine Produktion eng zusammen mit Klimawandel und Menschenrechtsverletzungen, mit Lebensraum- und Ressourcenschutz, mit Abfallwirtschaft und Recycling, mit Abwasserbelastung, Wasser- und Energieverbrauch.

Urwaldzerstörung im Einzugsbereich großer Zellstoffwerke und die Umwandlung von Wäldern in Zellstoff liefernde Plantagen sind die augenfälligsten Belege dafür, dass der weltweit steigende Papierverbrauch schon lange jegliche Nachhaltigkeitsgrenzen überschritten hat. Allein Deutschland verbraucht mehr Papier als ganz Afrika und Lateinamerika zusammen (19,4 Mio. t vs. 16 Mio. t in 2004). Für das Jahr 2015 wird ein weltweiter Verbrauch von 440 Millionen Tonnen prognostiziert, ein Anstieg von über 30% im Vergleich zum heutigen Verbrauch. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Recyclingpapier in den letzten Jahren - gerade auch bei Schulheften - drastisch zurückgegangen. Dabei ist die Funktionalität moderner Recyclingpapiere in jeder Hinsicht wissenschaftlich belegt.

Die Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen. Die globale Vision für die Weltdekade ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen, sich Werte und Wissen anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind.

Spätestens seit dem UN-Erdgipfel in Rio der Janeiro 1992, der größten Weltkonferenz des 20. Jahrhunderts, gilt Nachhaltigkeit als zentrales Leitbild für eine "zukunftsfähige" Entwicklung (sustainable development) der Menschheit. Es geht um Gerechtigkeit zwischen den Generationen, zwischen den Nationen, Kulturen und Weltreligionen. Neben Sozialem, Ökologie und Ökonomie, den drei klassischen Dimensionen der Nachhaltigkeit, sind die globale Verantwortung und die politische Partizipation umfassende Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Die Initiative 2000 plus ist eine Kooperation von Umweltverbänden, Verbraucherorganisationen und Kommunen in 12 Bundesländern. Unter der Schirmherrschaft des Umweltbundesamtes und der Landesschirmherren arbeitet das Netzwerk seit 1999 für eine zukunftsfähige Nutzung von Papier. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.treffpunkt-recyclingpapier.de zu finden.