2. Dezember 2008

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Großflächige Warnung vor RWE Investition in Erdbeben-AKW

urgewald ++++ campact ++++
In der Auseinandersetzung um die Beteiligung von RWE an dem umstrittenen bulgarischen Atomkraftwerk Belene gehen die Umweltschützer heute in die Werbe-Offensive: Auf Großwerbeflächen rund um die Konzernzentrale in Essen warnen sie vor RWEs Pläne in Belene zu investieren. Sie weisen außerdem darauf hin, dass sich RWE neben Belene auch am Atomkraftwerk Cernavoda in Rumänien beteiligen will, das ebenfalls in einem Erdbebengebiet liegt.

Die Umweltschützer halten RWEs Aussagen, dass der Konzern die Erdbebenrisiken prüft und an ihrer ‚sicheren Beherrschung' arbeitet, für eine Beruhigungsfloskel. „Atomkraftwerke gehören einfach nicht in Erdbebengebiete. Das zeigt das Beispiel Kashiwazaki-Kariwa in Japan: Dort gibt es viel Erfahrung mit Erdbeben und trotzdem waren die Kraftwerksbetreiber beim schweren Beben im Juli 2007 fürchterlich überrascht, weil Bodenbeschleunigungen auftraten, die die offiziell angenommenen Extrema für diesen Standort um das Zweieinhalbfache überschritten haben. Bis heute steht das Kraftwerk still", erläutert Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact.

„Wegen solcher Risiken hat Konzernchef Jürgen Großmann Probleme, das Projekt im Aufsichtsrat zu verkaufen. Bisher hat er dort keine Mehrheit für Belene", erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin der Umweltorganisation urgewald. „Deshalb führen wir unsere Kampagne ‚FINGER WEG' weiter und fordern zu weiteren Protesten auf. Wir wollen RWE klarmachen wie groß das Risiko von Projekten wie Belene und Cernavoda für den Ruf des Konzerns ist. Schließlich haben bis heute 20.000 Menschen direkt bei Herrn Großmann protestiert und 15.000 bei den RWE Aufsichtsräten. Mit den Plakatwänden sprechen wir jetzt zusätzlich direkt Menschen auf der Strasse an."

Hintergrund:
RWE will 1,5 Milliarden Euro in den Bau des Atomkraftwerks Belene in Bulgarien investieren. Der Konzern bewirbt sich außerdem um eine Beteiligung an dem umstrittenen Atomkraftwerk Cernavoda 3 & 4 im Süden Rumäniens. Beide Projekte wurden zu Sowjetzeiten geplant und nach der Wende verworfen. Sie liegen in einer Region, in der regelmäßig starke Erdbeben stattfinden und gelten deshalb als zwei der risikoreichsten Atomprojekte, die derzeit in Europa geplant sind.

Das Belene Projekt steht kurz vor einer Entscheidung bei RWE. 1983 warnten selbst sowjetische Wissenschaftler vor dem Bau dieses Atomkraftwerks und auch der ehemalige Chef der bulgarischen Atomaufsicht, Dr. Georgui Kastchiev, kritisiert das Projekt. Nun muss der RWE-Aufsichtsrat über eine Beteiligung des Konzerns entscheiden. Noch hat Konzernchef Großmann jedoch keine Mehrheit in diesem Gremium für das Projekt finden können.

Kontakt:
Heffa Schücking, urgewald, 0160-96761436
Christoph Bautz, Campact, 0163-5957593