9. Dezember 2011

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Europäische Investitionsbank verdoppelt ihre Unterstützung für Fossile in den letzten vier Jahren

CEE Bankwatch***CounterBalance***urgewald

Die Europäische Investitionsbank  hat ihre Finanzierungsaktivitäten für Fossile zwischen 2007 und 2010 von 2,8 Milliarden Euro pro Jahr auf 5 Milliarden Euro pro Jahr fast verdoppelt. Dies stellt ein gestern von dem Umweltnetzwerk CEE Bankwatch Network veröffentlichter Bericht „Carbon Rising“ fest.

Die europäische Hausbank steht damit in starkem Widerspruch zu den EU-Zielen, die Kohledioxidemissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken und bis 2050 um 80-95 Prozent. Energie ist die zweitgrößte Kategorie im Gesamtportfolio der Bank, das 2010 72 Milliarden Euro erreichte. In den analysierten vier Jahren machten Fossile den größten Anteil der Energiefinanzierungen aus: 16 Milliarden Euro wurden für Fossile vergeben gegenüber 13 Milliarden für Erneuerbare.

 „Die Studie unterstreicht die Scheinheiligkeit der EU Klimaaktivitäten“, kommentiert Piotr Trzaskowski, Energiekoordinator von Bankwatch. „Während sich die EU als der weltweit progressivste Akteur im Kampf gegen den Klimawandel darstellt, gibt der finanzielle Arm der Union Milliarden Euro öffentlichen Geldes für Energieinfrastruktur. Diese legt den Energiepfad der Länder für vier bis fünf Dekaden auf Fossile fest. Zwar hat die Bank sich bemüht, ihren Verleih für Erneuerbare stark zu erhöhen, aber wir fürchten, dass die positiven Effekte davon durch die massiven Investitionen in Fossile vernichtet werden.“

In der Studie wurden auch die Investitionen in Energieeffizienz untersucht, die nur fünf Prozent der Energiefinanzierungen ausmachen, während die Bank Kredite für Kohlekraftwerke  in Deutschland (Karlsruhe, Duisburg-Walsum) und Slowenien (Sostanj) bewilligt hat, die jedoch teilweise noch nicht ausgezahlt wurden. In den neuen Mitgliedsstaaten hat die EIB vor allem kohleintensive Energieprojekte unterstützt und so das aktuelle nicht-nachhaltige Energiesystem Osteuropas weiter festgeschrieben.

Außerhalb der EU ist das Verhältnis Fossile zu Erneuerbaren sogar noch schlechter: dort gingen 38 Prozent der Energiefinanzierung an Fossile und nur 19 Prozent an Erneuerbare Energiequellen.

„Die EIB muss ihre Energiepolitik überarbeiten, um sie in Übereinstimmung mit Klimawissenschaft und den EU Klimazielen zu bringen“, erklärt Regine Richter von der Umweltorganisation urgewald. „Die EIB muss aufhören, Gelder für Kohlekraftwerke auszugeben, da dies die Kohledioxid-intensivste Form der Stromerzeugung ist. Darüber hinaus sollte sie einen Plan erarbeiten, um generell aus der Finanzierung von Fossilen auszusteigen und die Finanzierung von Energieeffizienz zur obersten Priorität machen.“

Der Bericht „Carbon Rising – European Investment Bank energy lending 2007-2010“ kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
http://bankwatch.org/publications/carbon-rising-european-investment-bank...

Weitere Informationen:

Piotr Trzaskowski, CEE Bankwatch Network, piotr.trzaskowski@bankwatch.org, +48 228920086