31. Dezember 2006

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Deutsche Bank setzt Engagement im indonesischen Zellstoffsektor aus

21.12.2005
Nach Gesprächen mit urgewald und anderen Umweltorganisationen kündigt die Deutsche Bank heute an, dass sie ihr Mandat als Finanzberater des Konzerns United Fiber Systems (UFS) in Indonesien aussetzt. UFS plant neben dem Bau eines Holzhackschnitzel- und eines Zellstoffwerkes die Übernahme der Zellstofffabrik Kiani Kertas auf Borneo. Wörtlich sagt die Deutsche Bank in ihrem Statement: „Die Deutsche Bank setzt zur Zeit ihre Arbeit für United Fiber System nicht fort, um bedeutsame Gespräche zwischen UFS und interessierten Nichtregierungsorganisationen am 18. Januar 2006 zu ermöglichen.“ Damit reagiert sie auf die Kritik von Umweltorganisationen, die katastrophale Folgen für den Regenwald Indonesiens und die dort lebenden Menschen mit dem Projekt verbunden sehen.

„Wir gratulieren der Deutschen Bank zu diesem Schritt und hoffen, dass sie für die Zukunft Richtlinien entwickelt, die von vornherein ökologisch und sozial unverantwortliches Engagement verhindern,“ resümiert Lydia Bartz von urgewald. Die Deutsche Bank gehört nach urgewald-Recherchen zu den aktivsten deutschen Banken im Zellstoffsektor. Obwohl sie beteuert, dass sie „keine Kundenbeziehungen mit Organisationen habe, die potentiell in nicht-nachhaltige Praktiken, wie z.B. die Zerstörung von Regenwald, involviert sind,“ hat sie bisher keine verbindliche Umweltpolitik für waldrelevante Projekte verabschiedet. Damit bleibt sie weit hinter anderen führenden Banken auf internationaler Ebene zurück, die bereits konkrete Umwelt- und Sozialstandards in ihre Geschäftspolitik integriert haben. Die Bank of America hat sich beispielsweise verpflichtet keine Projekte oder Unternehmen zu finanzieren, die an Primärwaldzerstörung beteiligt sind oder Landrechte Indigener verletzen.

„Der Rückzug der Deutschen Bank zeigt, dass der Zellstoffsektor in Indonesien trotz der Nachhaltigkeits-Beteuerungen von UFS auch von Finanzinstitutionen als problematisch eingeschätzt wird,“ folgert Lydia Bartz von urgewald.