Volle Tanks – leere Teller?

6. Juli 2011

Biokraftstoffe gefährden die Ernährungssicherheit und tragen zum Preisanstieg von Grundnahrungsmitteln bei. Im mexikanischen „Tortilla-Krieg“ verdoppelte sich aufgrund der Verteuerung von Importmais der Preis für Maismehl und die daraus hergestellten Tortilla-Fladen. Gerade auch Länder, in denen viel Hunger herrscht, sind Zielscheibe der Biokraftstoffexpansion. Während die Menschen Hunger leiden, werden auf den Feldern Energiepflanzen für den Export angebaut. Brot oder Benzin: Ein voller Autotank Ethanol braucht die gleiche Menge an Getreide, die ein Kind ein ganzes Jahr ernähren können.

In Brasilien haben sich die Preise für Bohnen, Mais und Reis drastisch verteuert. Eine der wichtigsten Treiber dieser Entwicklungen ist die Flächenumnutzung. Verteuerte Lebensmittel sind für die Ärmsten ein Desaster. Arme Familien in Brasilien müssen bis zu 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben; jede Preiserhöhung bei Grundnahrungsmitteln bedeutet mehr Hunger. Auch in Afrika werden riesige Flächen Land an ausländische Firmen für den Anbau von Biofuels vergeben. In Tansania wurden z.B. ganze Dörfer entvölkert, um Platz für Jatropha oder Zuckerrohr Plantagen zu machen, die auf dem neu privatisierten Land angelegt wurden. Dabei leben dort bereits mehr als 40 % der Bevölkerung in chronischen „Nahrungsdefizitgebieten“. Tansania wird bezüglich Hunger als Land mit „alarmierendem Level“ eingestuft und erhalt Unterstützung von der UN Welternährungshilfe.

Ethanol
Die Herstellung von Ethanol basiert v.a. auf Zuckerrohr in Lateinamerika und Mais in den USA.

Biodiesel
Biodiesel wird von unterschiedlichen Ölpflanzen (Raps, Soja, Palmöl, Jatropha, u.a.) generiert.