Prima Klima mit Biokraftstoffen?

12. Juli 2011

Der klimarettende Effekt von Biokraftstoffen ist längst umstritten. Ein FAO Report resümiert: „Die Schlussfolgerungen sind, dass die weit verbreitete Rechtfertigung der Ersatz der fossilen Brennstoffe durch Biokraftstoffe könne Treibhausgasemissionen reduzieren und so die Klimaerwärmung verringern, meistens nicht haltbar ist. Die flüssige Biokraftstoffproduktion, -verbreitung und -nutzung führt in den meisten Fällen zu genausoviel und manchmal mehr Treibhausgasemissionen wie die Nutzung fossiler Brennstoffe, wenn beide, die direkten und indirekten Faktoren, einbezogen werden (...).“ Zu den indirekten Faktoren zählen unter anderen die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern, die Bewirtschaftung und alle Transporte, bei denen Energie (meist aus fossilen Brennstoffen) verbraucht und Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen wird. Aber auch Ausgasungen durch die Bewirtschaftung und den Bodenumbruch. Durch Düngung kann z.B. Stickstoffoxid entstehen, das ein 300 Mal größeres Treibhausgaspotential als Kohlendioxid hat. Die Umwandlung von Wäldern und anderen Ökosystemen in Plantagen hat eine negative Treibhausgasbilanz, da der in der Vegetation oder im Boden gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt wird. Das Institut für Europäische Umweltpolitik 12 hat berechnet, dass Landnutzungsänderungen durch die europäischen Biokraftstoffpläne bis 2020 die Biokraftstoffe zu einer größeren Gefahr für das Klima werden lassen, als die fossilen Brennstoffe, die sie ersetzen sollen.