Papierkonsum verursacht Armut

1. September 2009

Deutschland importiert Zellstoff aus Brasilien
Brasilien ist viertgrößter Zellstofflieferant für Deutschland. Ein großer Teil stammt von dem Konzern ARACRUZ. Unter den Abnehmern des Zellstoffs sind Papierproduzenten wie Procter&Gamble, Kimberly&Clark und Felix Schoeller in Deutschland.

Procter&Gamble ist zusammen mit Kimblerly&Clark Hauptabnehmer des Aracruz Zellstoffs in Europa. Die Marke Tempo wurde bis Anfang 2007 von Procter&Gamble vertrieben. Eine Recherche von urgewald und Robin Wood konnte nachweisen, dass für Tempo-Taschentüchern Zellstoff von Aracruz verwendet wird. urgewald initiierte daher zusammen mit Robin Wood eine breite Tempo-Kampagne. Am 4. Mai 2006 blockierten Robin Wood Aktivisten das Tempo-Werk in Neuss.

Online-Protest und weitere Informationen: www.robinwood.de
Pressemitteilung: Landraub in Brasilien für Taschentücher, Neuss vom 4. Mai 2006
Aktionsflyer “Armut“ – Missachtung von Landrechten der indigenen Bevölkerung durch den Zellstoffkonzern Aracruz (PDF 212 KB)

Die Felix Schoeller Group ist langjähriger Kunde bei Aracruz. Sie stellt u.a. Photopapiere für bekannte Namen wie Kodak und Agfa her. Obwohl Felix Schoeller bereits vor vier Jahren durch urgewald und einem Vertreter des brasilianischen „Netzwerks gegen die Grüne Wüste“ ausführlich über die Umweltdelikte von Aracruz und die sozialen Konflikte informiert worden war, hat Felix Schoeller bisher keine Konsequenzen gezogen. Die Tupinikim und Guarani forderten Felix Schoeller in einem Gespräch am 3. Mai 2006 auf, sich endlich öffentlich zu positionieren, ihre Rechte anzuerkennen und von ihrem Zulieferer Aracruz die Rückgabe der 11.009 ha indigenen Landes einzufordern.

In der Studie „Alternativer Waldschadensbericht“ hat urgewald verschiedene Verknüpfungen deutscher Akteure zu Aracruz recherchiert.