Nahrungsmittelpreise auf Rekordhoch: Weltbank auf falschem Kurs

21. August 2012

In diesem trockenen Sommer, in dem Dürren vor allem in den USA, viele Ernten gefährden und die Nahrungsmittelpreise weltweit in Rekordhöhe schnellen, stellt die Weltbank ihr neues Projekt zur landwirtschaftlichen Entwicklung vor. Doch obwohl die Bank vorgibt die Produktivitätssteigerung von Kleinbauern zum Ziel zu haben, sind Nichtregierungsorganisationen (NROs) alarmiert. Das Projekt, ,Doing Business in Agriculture‘ zu deutsch Geschäfte machen in der Landwirtschaft, wird Großinvestoren zur Profitsteigerung verhelfen und Kleinbauern schaden.

Denn "Doing Business in Agriculture" hat nichts mit der Realität von Kleinbauern zu tun. Das Projekt hat zum Ziel, die gesetzliche und regulative Ebene in Ländern in denen die Landwirtschaft mindestens 10% des BIPs ausmacht zu reformieren. Allerdings ist besonders in Entwicklungsländern die Diskrepanz zwischen den Gesetzen auf nationaler Ebene und der Realität auf dem Land besonders groß. Gesetze werden häufig nicht ausreichend durchgesetzt bzw. nicht bis zu den Armen kommuniziert. Kleinbauern sind daher über Gesetze vermehrt schlecht informiert und kennen ihre Rechte nicht. Die Folge dessen ist, dass Gesetze vor allem großen, meist ausländischen Investoren nutzen und Kleinbauern eher ausgrenzen als helfen.

Außerdem wirbt das Projekt fälschlicherweise für den Abbau von Regulierung um jeden Preis. Diese Reform ebnet den Weg für unkontrolliertes Dumping von Saatgut und Kunstdünger.

Zum Briefing (deutsch): Lebensstandards von armen Kleinbauern verbessern, oder den Weg ebnen für „Big Business“ in der Landwirtschaft?

Zum Briefing (englisch): Improving rural standards of living or paving the way for big business in agriculture?

Konzeptpapier der Weltbank zu "Doing Business in Agriculture"

Hintergrundtext zur Konsultation in Kopenhagen 28. und 29. Juni 2012