In diesem trockenen Sommer, in dem Dürren vor allem in den USA, viele
Ernten gefährden und die Nahrungsmittelpreise weltweit in Rekordhöhe
schnellen, stellt die Weltbank ihr neues Projekt zur
landwirtschaftlichen Entwicklung vor. Doch obwohl die Bank vorgibt die
Produktivitätssteigerung von Kleinbauern zum Ziel zu haben, sind
Nichtregierungsorganisationen (NROs) alarmiert. Das Projekt, ,Doing
Business in Agriculture‘ zu deutsch Geschäfte machen in der
Landwirtschaft, wird Großinvestoren zur Profitsteigerung verhelfen und
Kleinbauern schaden.
Denn "Doing Business in Agriculture" hat
nichts mit der Realität von Kleinbauern zu tun. Das Projekt hat zum
Ziel, die gesetzliche und regulative Ebene in Ländern in denen die
Landwirtschaft mindestens 10% des BIPs ausmacht zu reformieren.
Allerdings ist besonders in Entwicklungsländern die Diskrepanz zwischen
den Gesetzen auf nationaler Ebene und der Realität auf dem Land
besonders groß. Gesetze werden häufig nicht ausreichend durchgesetzt
bzw. nicht bis zu den Armen kommuniziert. Kleinbauern sind daher über
Gesetze vermehrt schlecht informiert und kennen ihre Rechte nicht. Die
Folge dessen ist, dass Gesetze vor allem großen, meist ausländischen
Investoren nutzen und Kleinbauern eher ausgrenzen als helfen.
Außerdem
wirbt das Projekt fälschlicherweise für den Abbau von Regulierung um
jeden Preis. Diese Reform ebnet den Weg für unkontrolliertes Dumping von
Saatgut und Kunstdünger.
Zum Briefing (deutsch): Lebensstandards von armen Kleinbauern verbessern, oder den Weg ebnen für „Big Business“ in der Landwirtschaft?
Zum Briefing (englisch): Improving rural standards of living or paving the way for big business in agriculture?
Konzeptpapier der Weltbank zu "Doing Business in Agriculture"
Hintergrundtext zur Konsultation in Kopenhagen 28. und 29. Juni 2012


