Extractive Industries Review (EIR)

1. September 2006

Seit Jahren setzt sich urgewald ein gegen die verheerenden ökologischen und sozialen Folgen von großen Pipeline- oder Bergbauprojekten, die unter anderem von der Weltbank gefördert werden. So mit dem Ölförder- und Pipelineprojekt im Tschad: dort wird im Süden des Landes Öl gefördert und anschließend über eine 1070 km lange Pipeline zu einer Offshore-Ölverladestationen an der kamerunischen Küste gebracht.
Oder mit der Baku-Tbilisi-Ceyhan Pipeline, die Öl vom kaspischen Meer an die türkische Mittelmeerküste bringen soll und mit 1760 km eine der längsten Pipelines weltweit sein wird. Für dieses hoch umstrittene Projekt genehmigte die International Finance Corporation (IFC), Teil der Weltbankgruppe, im November 2003 einen Kredit über 125 Millionen US-Dollar.

Nichtregierungsorganisationen stellen immer wieder in Frage, ob solche Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Durchführungsländern beitragen.

Im Jahr 2001 stellte sich auch die Weltbank selbst diese Frage und initiierte den "Extractive Industries Review" (EIR). Dabei sollte eine Kommission untersuchen, ob und inwieweit der Rohstoffsektor zur Armutsbekämpfung beiträgt. Der offizielle Bericht wurde im Januar 2004 veröffentlicht. Er fordert wesentliche Reformen.

60 Jahre sind kein Grund zum Feiern
2004 feierte die Weltbank ihren 60. Geburtstag. Er fiel in die heiße Phase der Auseinandersetzung um ihre Rolle im Rohstoffsektor, kurz vor der Entscheidung über die Empfehlungen der Extractive Industries Review - EIR. Lesen Sie mehr dazu im Hintergrundtext von Urgewald, BUND und FIAN.

60 Jahre sind kein Grund zum Feiern