Erfolgreich in unsicheren Zeiten

17. August 2011

Deutsche Bank 2011: „Erfolgreich in unsicheren Zeiten“
Mit dem Blick auf zwei der unsichersten Orte der Welt - Misrata in Lybien und Fukushima in Japan - bekommt der Deutsche Bank Slogan: „Erfolgreich in unsicheren Zeiten.“ eine völlig neue Bedeutung. Hier konnte man in den letzten Monaten die „erfolgreiche“ Geschäftspolitik der Deutschen Bank in den Medien verfolgen. Das rücksichtslose Atom- und Waffenengagement der Deutschen Bank kritisieren wir schon seit langem. Zur Hauptversammlung der Deutschen Bank am 26. Mai kommen wir mit einem Gast aus Serbien: Branislav Kapetanovic. Bei der Räumung von Minen verlor er Arme und Beine. Als Aktivist engagiert er sich seitdem gegen den Einsatz von Streumunition. Er selbst sagt: “Streumunition stellen für die Zivilbevölkerung eine größere Gefahr dar als für die Armee, weil sie weiträumige Gebiete langfristig in eine tickende Zeitbombe verwandeln. Ich erwarte nicht, dass jemand überrascht ist darüber, was mir passiert ist – es war mein Job, meine Aufgabe. Aber der Großteil der Menschen weltweit, die zu Opfern dieser Waffen werden, sind unschuldige Zivilisten, ein großer Prozentsatz sind sogar Kinder“.
Die Deutsche Bank ist Spitzenreiter im Geschäft mit Firmen, die Streumunition herstellen und an Regime verkaufen, die diese Waffen gegen ihre eigene Zivilbevölkerung einsetzen. So hat die Deutsche Bank die spanische Firma Instalaza S.A. mit Krediten unterstützt. Instalaza lieferte die Streubomben, mit denen der lybische Staatschef Gaddafi im April diesen Jahres Zivilisten in Misurata beschossen hat.
Artikel bei ZEIT ONLINE

LINK Pressemitteilung urgewald
Branislav Katetanovic

Factsheet CBU
Flugblatt zur Hauptversammlung Deutsche Bank 2011

Hintergrund
Schon vor Monaten hatte eine urgewald-Recherche aufgedeckt: Etliche Riester-Renten-Produkte sind in das Investment mit Streumunition verstrickt. Zahlreiche Medien und Verbrauchermagazine (u.a. Report) berichteten. Empörte Kunden machten Druck. Mit Erfolg: Einige Finanzdienstleister und Banken (wie z.B. Allianz GI Europe, DEKA, DWS Investment GmbH (gehört zur Deutschen Bank)) haben begonnen, sich aus diesem geächteten Geschäft zu verabschieden. Aber eben längst noch nicht alle, bzw. leider nicht konzernübergreifend, wie zum Beispiel die Deutsche Bank. Zum Glück beginnen VerbraucherInnen nun auch bei ihren Geldangelegenheiten und bei der Altersvorsorge genauer hinzuschauen - wer möchte schon seine Altersversorgung mit Zinsen aus tödlichen Geschäften erkaufen?

urgewald-Mitarbeiterin Barbara Happe und Branislav Kapetanovic stellen am 25. Mai auf einer Pressekonferenz in Berlin weitere Fakten und Rechercheergebnisse vor, die belegen, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Finanzbranche nicht ausreichen. „Die deutsche Politik muss sich endlich für ein wirksames Verbot jeglicher Beteiligung an völkerrechtlich geächtete Waffen einsetzen – dazu gehört auch das Verbot der Finanzierung der Herstellung und Verbreitung.“ Länder wie Belgien oder Luxemburg verfügen bereits über entsprechende gesetzliche Regelungen, die diese tödliche Investments verbieten.

Rückblick: Deutsche Bank - Hauptversammlung 2010
Schon ein Jahr vor Fukushima haben wir die Deutsche Bank anlässlich ihrer Hauptversammlung auf ihren Geschäftspartner TEPCO angesprochen und die Unterstützung des unseriösen Atom-Unternehmens kritisiert. Schlamperei und Betrügereien bei Wartungs- und Reparaturarbeiten waren lange bekannt, waren aber bei der Deutschen Bank kein Hindernis für eine Zusammenarbeit. Heute wissen wir, welche Folgen eine solche Ignoranz und fehlendes Verantwortungsbewusstsein haben können.
Flugblatt Hauptversammlung Deutsche Bank 2010