Ökologische Kosten des Biokraftstoffes

12. Juli 2011

Die Expansion von Biofuel-Plantagen hat drastische ökologische Folgen. In Indonesien, Malaysia, Kamerun, Kolumbien und Ecuador wurde durch den Anbau von Palmöl-Plantagen die Zerstörung der tropischen Regenwälder mit ihrer Artenvielfalt vorangetrieben. In Indien und Afrika bedrohen Jatropha-Plantagen die Naturwälder. In Argentinien, Paraguay, Bolivien und Brasilien werden Savannen durch Zuckerrohr- und Sojaplantagen ersetzt. In vielen Ländern entsteht eine Zerstörungskette: In Folge des Zuckerrohrbooms in Brasilien werden z.B. Soja- und Weideflächen aus dem Südosten und mittleren Westen in die Regenwälder Amazoniens verdrängt. Selbst Schutzgebiete werden von dem Agrofuel Boom nicht ausgenommen. Uganda plante z.B. die Abholzung von tausenden Hektar Regenwald in einem der größten nationalen Schutzgebiete, um dort eine Zuckerplantage für die Ethanolproduktion anzulegen. Nur auf Grund von Protesten aus der Bevölkerung wurden die Pläne gestoppt.

Die FAO warnt, dass viele der Anbaupflanzen, die momentan für die Biofuel-Produktion verwendet werden wie z.B. Zuckerrohr, Palmöl und Mais, einen relativ hohen Bedarf an Wasser haben. Die Bewässerung von großflächigen Monokulturen in semariden Gebieten führt zur Austrocknung von Oberflächengewässern und zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels. Das sind fatale Folgen auch für die umliegende Landwirtschaft. Der Anbau von Biofuels in Monokulturen zeichnet sich auch durch den intensiven Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Düngemitteln aus. Chemikalien, die in Europa bereits verboten sind, werden in den Südländern weiterhin verwendet. In manchen Fällen werden die Pestizide per Hubschrauber aus der Luft versprüht.

Dies führt aufgrund von Winddrift und Überschreiten der Feldgrenzen häufig zu Einträgen in benachbarte Dörfer, Felder und Gewässer und infolgedessen zur Gefährdung von Menschen, Tieren und Nahrung.

Verschmutzung der Wasserressourcen durch intentive Nutzung. Mit Vinasse (Dünger) verschmutzter Kanal.